Geflüchtete dürfen in Malta an Land – Deutschland nimmt 60 Menschen auf 

09.01.2019, 17:03

Die seit Tagen auf dem Mittelmeer blockierten Rettungsschiffe deutscher Hilfsorganisationen mit 49 Migranten an Bord dürfen in Malta anlegen, die 49 Flüchtlinge dürfen an Land gehen. Als Teil einer Vereinbarung zwischen acht EU-Staaten und Malta wird Deutschland 60 Migranten aufnehmen, die im Mittelmeer gerettet worden waren. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Mittwoch in Berlin mit.

Von den insgesamt 298 Migranten werden laut Muscat 176 von Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland, Rumänien, Luxemburg, den Niederlanden und Italien aufgenommen. 78 können demnach in Malta bleiben. 44 Menschen aus Bangladesch sollen in ihr Heimatland zurückgeschickt werden. 

Das Schiff "Sea-Watch 3" der Berliner Organisation Sea-Watch hatte am 22. Dezember 32 Migranten gerettet. Auf dem Schiff "Professor Albrecht Penck" der Regensburger NGO Sea-Eye harren 17 Gerettete seit dem 29. Dezember aus.

Beide Schiffsbesatzungen bemühten sich seitdem vergeblich um die Erlaubnis, in einem europäischen Hafen vor Anker zu gehen. Die maltesische Regierung hatte die Aufnahme der Flüchtlinge davon abhängig gemacht, dass EU-Staaten auch rund 250 schon in Malta befindliche Migranten aufnehmen. EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos begrüßte die Vereinbarung vom Mittwoch. Er sei froh, dass die Migranten von den Schiffen nun an Land könnten, schrieb er auf Twitter.

Er dankte der maltesischen Regierung, dass sie den Schiffen das Anlegen erlaubte. Die zur Aufnahme der Flüchtlinge bereiten EU-Mitgliedstaaten hätten ihrerseits "aktive Solidarität" gezeigt.

(pb/hd/afp/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Alle Storys anzeigen
Brexit-Streit: EU-Kommission leitet vier Verfahren gegen London ein

Im Streit über Brexit-Regeln für die britische Provinz Nordirland hat die EU-Kommission vier neue Verfahren gegen die Regierung in London eingeleitet. Die Brüsseler Behörde warf dem Vereinigten Königreich am Freitag vor, gegen wesentliche Teile des sogenannten Nordirland-Protokolls zu verstoßen. Vertragsverletzungsverfahren können zu einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof führen und mit einer Geldstrafe enden.

Zur Story