Sophia Thomalla ist eine prominente CDU-Unterstützerin und wirbt für Armin Laschet.
Sophia Thomalla ist eine prominente CDU-Unterstützerin und wirbt für Armin Laschet. Bild: R. Schmiegelt/future Image
Exklusiv

Exklusive Civey-Umfrage: 92 Prozent der Deutschen lassen sich bei Wahlentscheidung nicht von Promis beeinflussen

20.09.2021, 15:5720.09.2021, 17:18

Eine gelbe Sonnenblume auf grünem Grund rankt auf dem Instagram-Profil von Bela B. Felsenheimer, Schlagzeuger der Band "Die Ärzte". Daneben steht: #DiesmalGrün. Eine klare Wahlempfehlung für Bündnis 90/Die Grünen. Bela B. ist nicht der einzige Promi, der sich mit einer Wahlempfehlung zur Bundestagswahl am 26. September geäußert hat.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Civey, die watson exklusiv vorliegt, ergibt allerdings: Die Allermeisten lassen sich in ihrer Wahlentscheidung nicht von Prominenten beeinflussen.

Weniger jüngere Menschen als Ältere lassen sich beeinflussen

Konkret gaben 92 Prozent der 5040 Befragten an, dass die Inhalte prominenter Personen in den sozialen Medien ihre Wahlentscheidung eher nicht oder auf keinen Fall beeinflussen. Drei Prozent der Befragten zeigten sich unentschlossen, fünf Prozent gaben an, sich eher oder auf jeden Fall davon beeinflussen zu lassen.

bild: civey

Drei Ausreißer fallen bei Betrachtung der Umfrageergebnisse auf. Sie liegen allerdings alle innerhalb des jeweiligen statistischen Fehlerbereichs und müssen demnach nicht zwangsläufig aussagekräftig sein.

  • Bei den Befragten, die angaben, die Linke wählen zu wollen, gaben acht Prozent an, sich beeinflussen zu lassen. Und damit ist der Anteil fast doppelt so hoch wie bei den anderen Parteien.
Bild: civey
  • Männer scheinen leichter beeinflussbar zu sein als Frauen: Sechs Prozent von ihnen gaben an, dass die Inhalte von Prominenten in den sozialen Medien sie bei ihrer Wahlentscheidung beeinflussen. Bei den Frauen lag der Anteil bei drei Prozent.
Bild: civey
  • Ein dritter Punkt, der auffällt: Junge Menschen lassen sich scheinbar weniger stark beeinflussen als Ältere. So gaben drei Prozent der 18- bis 29-Jährigen an, dass sie durch die Inhalte von Prominenten in ihrer Wahlentscheidung beeinflusst würden. Bei den über 65-Jährigen gaben wiederum sieben Prozent an, sich beeinflussen zu lassen.
Bild: civey

Wahlwerbung von Eko Fresh bis Sophia Thomalla

Bela B. Felsenheimer und sein "Ärzte"-Kollege Farin Urlaub sind bei weitem nicht die einzigen Promis, die sich bei der diesjährigen Wahl einschalten. So rufen beispielsweise Rapper Eko Fresh und Fußballstar Toni Kros in einem Video mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Wählen auf, Sophia Thomalla setzt sich für die CDU ein und Schlagersänger Roland Kaiser für die Sozialdemokraten.

Eine weitere Aktion, die von diversen Promis, wie Anette Frier oder Jan Delay unterstützt wird: die Enkelkinderbriefe. Mit Hilfe einer Webseite sollen Kinder und Jugendliche Briefe an ihre Großeltern schicken und diese darum bitten, ihnen bei der Wahl ihre Stimme zu schenken – indem sie eine Wahlentscheidung für die junge Generation treffen. Die Aktion wird von Anhängern und Mitgliedern der Grünen gefeiert, von vielen anderen Seiten wird sie kritisiert: manche sprechen von einer emotionalen Erpressung der Großeltern und von einer Instrumentalisierung der Kinder.

Eine Sprecherin der Grünen stellte gegenüber dpa klar, dass es sich um eine "politisch unabhängige Aktion" handele, die wie viele andere zur Wahl mobilisiere. Sie rufe nicht zur Wahl einer bestimmten Partei auf, stellte die Sprecherin mit Blick auf Kritik an Unterstützern aus den Reihen der Grünen klar. "Was jemand wählt, ist eine freie Entscheidung."

Zehntausende Corona-Neuinfektionen pro Tag: Doch was wird aus dem Silvester-Feuerwerk in Hamburg, Köln, München und anderen Großstädten?

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht – das ist die Eilmeldung, die seit Wochen tagtäglich durch die Medien geht. Auch wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen, die die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut gemeldet haben, an diesem Donnerstag den dritten Tag in Folge gesunken sind, liegt die Inzidenz noch immer bei 439,2. Zum Vergleich: Am 22. Dezember 2020 lag sie bei 197,6, dem damaligen Höchststand. Damals hatten sich Politikerinnen und Politiker dazu entschieden, Silvesterfeuerwerke bundesweit abzusagen – um die Intensivstationen nicht zusätzlich mit Verletzten zu belasten.

Zur Story