Bei der Vorstellung des Öko-Stadt-Projekts: der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman.
Bei der Vorstellung des Öko-Stadt-Projekts: der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman.Bild: Saudi Press Agency/dpa

Saudi-Arabien plant Öko-Stadt "mit null Autos, null Straßen und null CO2-Emissionen"

11.01.2021, 11:3713.01.2021, 08:58

Eine komplett neue Stadt "mit null Autos, null Straßen und null CO2-Emissionen": Dieses Megaprojekt namens "The Line" hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman am Sonntag im staatlichen Fernsehen von Saudi-Arabien vorgestellt. Demnach sollen in der Stadt eine Million Menschen leben. "The Line" ist Teil des 500-Milliarden-Dollar-Projekts Neom am Rande des Roten Meeres, das der Kronprinz im Herbst 2017 vorgestellt hatte.

Die für Fußgänger geplante Stadt soll Schulen, Gesundheitszentren und grüne Parks bieten; öffentliche Verkehrsmittel sollen dafür sorgen, dass kein Weg länger ist als 20 Minuten, wie das Neom-Projekt mitteilte. Künstliche Intelligenz werde eine "Schlüsselrolle" spielen; die dafür nötige Energie werde "zu 100 Prozent sauber" sein – und auch "für eine gesündere und nachhaltigere Umgebung für die Einwohner sorgen".

Das Land will sich vom Erdölgeschäft unabhängiger machen

"Wir müssen das Konzept der konventionellen Stadt in das einer futuristischen umwandeln", sagte bin Salman am Sonntag im TV. Er zeigte am Computer entworfene Pläne der künftigen Stadt und die umgebende Landschaft aus unberührter Wüste und sauberem Meer.

Der Bau der Stadt solle im ersten Quartal dieses Jahres beginnen, kündigte bin Salman an. Er hatte 2016 ein umfangreiches Reformprojekt gestartet. Im Rahmen von "Vision 2030" soll Riad seine Wirtschaft und Gesellschaft umfassend modernisieren und so unabhängiger vom Erdölgeschäft werden. Saudi-Arabien ist der größte Exporteur von Rohöl weltweit.

(andi/afp)

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Immer mehr Regierungen und Unternehmen versprechen Klimaneutralität – wie sie allerdings dorthin kommen wollen, ist laut Umweltschützenden häufig unklar. "Die Verwendung des Konzepts ist explosionsartig angestiegen", erklärte Frederic Hans, Experte für Klimapolitik bei der Organisation NewClimate Institute, am Montag. "Aber wenn man das Ziel festlegt, ohne die mit diesem Ziel verbundenen Emissionsreduktionen zu kommunizieren, kann man nicht für seine Handlungen verantwortlich gemacht werden", betonte er.

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