Nomophobia is syndrome of problematic digital media use in mental health. Young people use mobile phone in Katerini, Greece, May 19, 2022. (CTK Photo/Milos Ruml)
Gegen Desinformation im Internet: Faktenchecks sollen künftig eine immer bedeutendere Rolle spielen.Bild: CTK / Milos Ruml
Politik

Einsatz gegen Fake-News: EU-Kommission bringt neuen Kodex auf den Plan

17.06.2022, 11:49

Die EU-Kommission will mit einem erweiterten Verhaltenskodex künftig schärfer gegen Desinformation im Internet vorgehen. "Dieser neue Kodex gegen Desinformation kommt zu einer Zeit, in der Russland Desinformation als Waffe im Rahmen seiner militärischen Aggression gegen die Ukraine einsetzt", sagte Kommissionsvize Vera Jourova am Donnerstag bei der Veröffentlichung des neuen Kodexes in Brüssel.

Faktenchecks gegen die Verbreitung von Falschnachrichten

Konkret sollen Verbreiter von Falschnachrichten keine Werbeeinnahmen bekommen, Nutzer entsprechende Inhalte einfacher melden und Forschende besseren Zugang zu Daten bekommen, hieß es. Auch Faktenchecks sollen künftig eine immer bedeutendere Rolle spielen.

Der Verhaltenskodex im Kampf gegen Desinformation besteht seit 2018. Die nun überarbeitete Version haben mittlerweile 34 Beteiligte unterzeichnet – darunter etwa der Facebook-Konzern Meta, Google, Twitter, Tiktok und Microsoft. Aber auch kleinere oder spezialisierte Plattformen und Vertreter der Zivilgesellschaft beteiligten sich.

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Die nun überarbeitete Version des Verhaltenskodex haben mittlerweile 34 Beteiligte unterzeichnet.Bild: picture alliance / Markus Mainka

Für Verbreitung von Desinformation sollen Plattformen "keinen Euro" bekommen

Online-Plattformen müssten viel energischer gegen Desinformation vorgehen, sagte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton. Niemand solle für die Verbreitung von Desinformation nur einen einzigen Euro bekommen. "Sehr große Plattformen, die wiederholt gegen den Kodex verstoßen und keine angemessenen Risikominderungsmaßnahmen ergreifen, riskieren Geldbußen von bis zu sechs Prozent ihres weltweiten Umsatzes", sagte der Franzose.

(ast/dpa)

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