Bild

Bild: picture alliance/dpa

AfD-Politiker bepöbelt Jugendliche und bekommt sofort die Quittung

Dieser Schlagabtausch hat ihn Stimmen gekostet: Bei einer Diskussionsrunde unter dem Motto "Jugend debattiert mit Spitzenkandidaten" im brandenburgischen Landtag ist Brandenburgs AfD-Chef Andreas Kalbitz am Montag mit Schülern auseinandergeraten – und die straften ihn bei einer Abstimmung hart ab.

Der erste Streit drehte sich um das Thema Windkraft. Kalbitz forderte den Baustopp für Windkrafträder, um Insekten und Vögel zu schützen. Die 15-jährige Schülerin Johanna Liebe widersprach. "Kein Windkraft-Aus kann so viele Tiere retten, wie durch die Braunkohle sterben", zitiert die "BZ-Berlin" die Schülerin. Durch Glasscheiben kämen zudem deutlich mehr Vögel ums Leben als durch Windräder.

Die Antwort von AfD-Politiker Kalbitz: Beschimpfungen. Es sei nicht zielführend, auf Demos zu laufen mit einem "zopfgesichtigen Mondgesicht-Mädchen", so zitieren sowohl die "BZ-Berlin" als auch der "Tagesspiegel" Kalbitz. Gemeint ist mit der Beleidigung vermutlich Klima-Aktivistin Greta Thunberg.

Fast alle der rund 200 anwesenden Schüler lehnten laut dem "Tagesspiegel" die Position des AfD-Politikers zur Windkraft bei einer anschließenden Abstimmung ab.

Höcke-Frage erzürnt AfD-Politiker

Der zweite Streit zwischen einem Schüler und dem AfD-Politiker drehte sich um Björn Höcke, dem AfD-Landeschef Thüringens und Chef des völkisch-nationalistischen "Flügels".

Ein Schüler fragte Kalbitz, was dieser von Höcke halte, der "ziemlich offen ein Nazi" sei.

Die Antwort des AfD-Politikers fiel ähnlich krawallig aus wie zuvor: "Tut mir leid, dass Sie so verblendet sind durch die Dauer-Rotlichtbestrahlung, die Sie an der Schule bekommen."

In Brandenburg dürfen am 1. September bereits Wähler ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. AfD-Spitzenkandidat Kalbitz dürfte bei dieser Altersgruppe mit solchen Aussagen schlechte Karten haben.

(ll)

Diese vier Vorurteile füttern Rechtspopulisten

Exklusiv

Wagenknecht im watson-Interview vor dem Linken-Parteitag: "Wir können uns als linke Partei nicht eins zu eins hinter die Ideen von Fridays for Future stellen"

Die Linken-Politikerin im Gespräch über ihre Beziehung zu Fridays for Future und Black Lives Matter, darüber, warum sie sich ausgerechnet am Gendern abarbeitet – und die Frage, warum sie sich über manche antirassistische Proteste nicht freuen kann.

Mit Sahra Wagenknecht und der Linken ist es kompliziert, seit Jahren schon. Wagenknecht, bis November 2019 Chefin der Linksfraktion im Bundestag, ist eines der wenigen Gesichter der Partei, die auch halbwegs politisch interessierte Menschen auf der Straße erkennen würden. Laut ZDF-"Politbarometer" aus dem Mai 2021 ist sie wieder einmal unter den Top 10 der deutschen Spitzenpolitiker – und hat bessere Sympathiewerte als die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Wagenknecht kann Reden …

Artikel lesen
Link zum Artikel