Das Feuer wütet auch am Tafelberg.
Das Feuer wütet auch am Tafelberg.Bild: dpa / Uncredited

Verheerender Großbrand in Kapstadt: Universität und Tafelberg in Flammen

19.04.2021, 11:48

Angefacht von heftigem Wind hat sich ein am Wochenende ausgebrochener Großbrand in Südafrikas Touristenmetropole Kapstadt auch am Montag weiter ausgebreitet. Tausende Studenten mussten ihre von den Flammen bedrohten Unterkünfte fluchtartig verlassen. Ein Sprecher der Universität Kapstadt sprach von einem verheerenden Bild der Verwüstung. Mehrere historische Gebäude – darunter eine Bibliothek mit wertvollen historischen Büchern und Südafrikas älteste Windmühle – wurden in den Flammen zerstört.

"Dieses Feuer wird uns noch Tage beschäftigen", meinte Philip Prins von der Nationalparkverwaltung am Tafelberg, Kapstadts Wahrzeichen. Auch dort standen Hänge in Flammen. Nachdem mehrere Lösch-Helikopter am Vortag im Einsatz waren, war deren Einsatz am Montag zunächst unklar. "Wir haben Windgeschwindigkeiten zwischen 45 und 50 Stundenkilometer", sagte Prins dem TV-Sender eNCA. Eine Entscheidung sollte im Laufe des Vormittags getroffen werden. Mehr als 120 Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht über gegen die Flammen. Zwei von ihnen wurden während des Einsatzes verletzt. Behörden riefen dazu auf, der von den Flammen bedrohten Innenstadt fernzubleiben.

Anklage wegen Brandstiftung droht

Nach Angaben von Rettungsdiensten war das Feuer am Sonntagmorgen ausgebrochen. Die Ursache des Brandes sei vermutlich ein von einem Obdachlosen entzündetes Lagerfeuer gewesen, hieß es. Ein Sprecher der Stadt erklärte vor laufender Kamera, ein etwa 30-jähriger Mann sei festgenommen worden und habe gestanden, ein Feuer gelegt zu haben. Zeugen hätten ihn gemeinsam mit zwei anderen Obdachlosen beobachtet. Ihm droht eine Anklage wegen Brandstiftung.

Der Tafelberg und der ihn umgebende Nationalpark stehen unter Naturschutz. In Südafrikas Trockenzeit kommt es häufig zu schlimmen Bränden. Allerdings war es in der von Mitte November bis April gehenden diesjährigen Saison das erste schwere Feuer in der Region.

(pas/dpa)

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