Tom Rice nach seiner Landung in der Normandie.
Tom Rice nach seiner Landung in der Normandie.bild: ap

Vor 75 Jahren sprang er schon mal über der Normandie ab – nun hat Tom Rice es erneut getan

06.06.2019, 04:43

Am 6. Juni 1944 springt Tom Rice über der Normandie aus dem Flieger. Unter ihm Feindesland. Nazis, die in das Dunkel der Nacht feuern, um die Alliierten Fallschirmjäger zu stoppen. Bereits beim Apsrung läuft alles schief. Der 22-Jährige will sich aus der Tür schwingen, bleibt aber an der linken Achselhöhle hängen. Es schlägt ihn an die Seite des Flugzeugs und es schwingt ihn wieder ins Innere. Rice streckt seinen Arm durch, kann sich schließlich befreien und segelt in horrendem Tempo dem Boden entgegen.

Der Fallschirm geht auf. Das Tempo verlangsamt sich. Rice selber bekommt keine Kugel ab, doch sein Fallschirm wird getroffen. Dennoch übersteht er den Sprung unbeschadet und findet sich auf dem europäischen Festland wieder.

Zusammen mit seinen Kameraden fügt er in der Folge der Hitler-Armee eine schmerzhafte Niederlage zu, von der sie sich nie mehr richtig erholen sollten.

"Es war der schlimmste Sprung, den ich je hatte", sagt Rice rückblickend. Den Mut hat er dadurch aber nicht verloren. Im Gegenteil.

Rice spring erneut

Denn heute, 75 Jahre später, hat es der Mann aus Kalifornien erneut getan. Im Alter von 97 Jahren ist er über der Normandie aus einer C-47 gesprungen.

"Tom Rice hat mit 97 Jahren einen Personal Trainer angestellt, um ihn auf den Sprung über der Normandie – für den 75. D-Day Jahrestag – vorzubereiten."

Nur, dass dieses Mal niemand auf ihn schoss, sondern bei der Landung Presse und Freunde auf ihn warteten. Der Sprung wurde im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 75. Jahrestag des D-Days durchgeführt.

Der 97-Jährige legt zwar eine etwas ruppige Landung hin, meint danach aber: "Es lief perfekt, ein perfekter Sprung. Ich fühle mich großartig. Ich würde nochmals hochgehen und es nochmals tun." Respekt!

(cma)

Themen
Unter Beschuss in umkämpften Gebieten
Woche Zwei: Watson-Politikredakteurin Joana Rettig ist seit über einer Woche mit Patrick Münz von der Stuttgarter Organisation STELP in der Ukraine. Zusammen mit anderen verteilen sie Hilfsgüter, sprechen mit Helfenden vor Ort und evakuieren Menschen aus Kriegsgebieten. Ein Protokoll.

Von Mannheim über Lwiw nach Dnipro und weiter nach Mykolajiw, Slowjansk, Lyssytschansk und Sjewjerodonezk. Ganz nah an die Frontlinie im Süden und im Osten der Ukraine. Das ist die Route von Patrick Münz und Okan Baskonyali. Watson-Politikredakteurin Joana Rettig begleitet die beiden auf ihrer Mission.

Zur Story