Ein CSU-Mitglied liest beim Abschluss des CSU-Parteitags in der Olympiahalle in einem CSU-Heft mit der Aufschrift "Aufbruch in eine neue Zeit".
Ein CSU-Mitglied liest beim Abschluss des CSU-Parteitags in der Olympiahalle in einem CSU-Heft mit der Aufschrift "Aufbruch in eine neue Zeit".Bild: picture alliance/Peter Kneffel/dpa

Nach heftigem Streit: CSU-Parteitag billigt nur abgeschwächte neue Frauenquote

19.10.2019, 12:2019.10.2019, 12:34

Von Gemütlichkeit keine Spur: Die CSU hat bei ihrem Parteitag am Samstag über die Einführung einer Frauenquote heftig gestritten.

  • Der CSU-Vorstand plante die Einführung der Quote. Die 40-Prozent-Frauenquote vom Landesvorstand und den Bezirksvorständen sollte auf die Kreisvorstände ausgeweitet werden.
  • Doch an der CSU-Basis regte sich Kritik. Heftige Kritik.
  • "Man kann nicht die Grünen als Bevormundungspartei geißeln und dann eine Frauenquote einführen", sagte etwa Holm Putzke, CSU-Kreisvorsitzender in Passau am Samstag in München. Es müsse in der Partei das Bestenprinzip gelten und keine Quotenregelung.
  • Ähnlich äußerte sich zuvor auch Robert Simm aus Dachau zur Frauenquote: "Wir brauchen das nicht. Diese Partei öffnet Frauen sämtliche Türen." Er nannte die Quote einen "Schmarrn".

Es kam zu einem Kompromiss: Die Delegierten billigten am Samstag mehrheitlich eine abgeschwächte Form der Ausweitung der Frauenquote.

Die bisherige 40-Prozent-Quote im Landes- und den Bezirksvorständen gilt damit künftig auch für Kreisvorstände – allerdings nun nicht wie geplant als verpflichtende Muss-, sondern nur als Soll-Bestimmung.

Das müsst ihr über den Streit noch wissen:

Die CSU versucht bei dem Parteitag, eine Reform anzugehen. Ziel der 75 Punkte umfassenden CSU-Parteireform, über die am Samstag final abgestimmt werden soll, ist es, die CSU moderner, jünger, weiblicher und zur führenden Digitalpartei in Deutschland zu machen. Dazu gehört eben auch die Ausweitung der Frauenquote.

Die Reaktionen der Basis aber zeigen: Die Reform wird ein hartes Stück Arbeit für den CSU-Vorstand.

Auch Parteichef Markus Söder selber musste am Ende der Debatte energisch für den Kompromiss werben. Der CSU-Vorstand entging knapp einer herben Schlappe.

(ll/dpa)

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