Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Pressekonferenz nach den Beratungen mit den Länderchefs.
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Pressekonferenz nach den Beratungen mit den Länderchefs.
Bild: dpa / Michael Sohn

"Dann können wir einpacken": Ganz am Ende wird Merkel deutlich

07.05.2020, 07:39

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz die von Bund und Ländern beschlossenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Dabei zeigte sie sich vorsichtig optimistisch und mahnte gleichzeitig weiter zur Vorsicht. "Wir können uns ein Stück Mut leisten, aber wir müssen vorsichtig bleiben", sagte sie.

Insgesamt also die klassische Merkel-Mischung aus Pragmatismus und Nüchternheit. Ganz am Ende der Pressekonferenz wurde sie dann aber nochmal richtig deutlich.

"Bundesrepublik ist auf Vertrauen begründet"

Die Frage eines Reporters, wer denn die Umsetzung der neujustierten Maßnahmen überwache, gefiel der Bundeskanzlerin offenbar überhaupt nicht. Merkel antwortete, die Bundesrepublik Deutschland sei auf Vertrauen begründet. Deshalb gehe es nicht darum, dass die Einhaltung der Maßnahmen von einer Zentrale aus überwacht würden.

"Wenn Sie nur noch der Zentrale vertrauen können und allen anderen nicht, dann widerspricht das unserem Demokratieverhältnis", so Merkel. Und weiter:

"Ich vertraue den Bürgerinnen und Bürgern. Vertrauen ist der Grundsatz. Wenn wir dieses Vertrauen nicht mehr haben, dass Landräte, Bürgermeister, Gesundheitsämter gut arbeiten, dann können wir einpacken. Das ist dann nicht unsere Bundesrepublik Deutschland", so Merkel für ihre Verhältnisse fast schon pathetisch.

Davor hatte sie sich ein Stück weit zufrieden über das bisher Erreichte gezeigt. "Wir gehen einen mutigen Weg", sagte sie nach den Spitzenberatungen mit den Regierungschefs der Länder in Berlin. Die Zahlen zu den Neuinfektionen seien "sehr erfreulich", betonte die Kanzlerin und schloss daraus: "Wir haben die allererste Phase der Pandemie hinter uns."

(om)

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