Emilia Fester wehrt sich auf Instagram gegen Homo- und Biphobie.
Emilia Fester wehrt sich auf Instagram gegen Homo- und Biphobie.Bild: dpa / Kay Nietfeld

Emilia Fester über eigene Bisexualität: "Keine Phase"

23.09.2022, 17:49

Emilia Fester steht wegen ihrer Politik häufig in der Kritik – vor allem im konservativen und rechten Lager. Doch meist sind es frauenfeindliche und homophobe Äußerungen, die gegen die jüngste Abgeordnete im Deutschen Bundestag geschossen werden.

Emilia Fester ist gerade einmal 24 Jahre alt, links-grün und bisexuell.

Bild: dpa / Kay Nietfeld

Gefundenes Fressen, vor allem für rechte Trolle auf Social-Media-Plattformen wie Twitter oder Instagram. Gerade Frauen wird ihre Homo- oder Bisexualität nur zu gern abgesprochen. Das sei nur eine Phase, heißt es oft. Die Frau habe nur noch nicht den Richtigen getroffen. Bisexuelle Menschen könnten sich nicht entscheiden.

Emilia Fester bekommt zudem regelmäßig Morddrohungen und Hassnachrichten.

An diesem Freitag ist der sogenannte Celebrate Bisexuality Day. Dieser Tag wird jährlich am 23. September begangen, um bisexuelle Menschen, die bisexuelle Gemeinschaft und die Geschichte der Bisexualität anzuerkennen und zu feiern. Der Tag wird unter anderem auch Bi-Visibility-Day genannt.

Die junge Grüne nutzte ihre Plattform auf Instagram, um die Aufmerksamkeit ihrer Follower:innen darauf zu lenken und noch einmal zu verdeutlichen: Bisexualität hat nichts mit Unentschlossenheit zu tun.

Auf Instagram schrieb sie:

"Als bisexuelle Frau muss ich mich noch viel zu oft dafür rechtfertigen – so sollte es niemandem gehen. Bisexualität ist keine Unentschlossenheit, sondern eine eigene sexuelle Identität"

Deswegen schaffe sie am Bi-Visibility-Day Sichtbarkeit für bisexuelle Menschen. "It‘s not a phase", schrieb sie weiter. "Lasst uns das gemeinsam zeigen."

Fester sitzt seit der Bundestagswahl im September 2021 im Deutschen Bundestag. Sie setzt sich besonders für die Rechte junger Menschen ein. Dafür sitzt sie als ordentliches Mitglied im Familienausschuss sowie in der Kinderkommission — einer Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder.

Sie setzt sich für die Kindergrundsicherung ein, für Kindergrundrechte im Grundgesetz, für das Absenken des Wahlalters. Darüber hat sie am Donnerstag auch in der Parlamentssitzung gesprochen.

Sie schrieb dazu auf Twitter: "Im Koalitionsvertrag versprochen, heute im Plenum angepackt: Wir senken das Wahlalter für die Europawahl auf 16! Ich habe grade in meiner Rede im Bundestag klargemacht, dass das nur ein erster Schritt sein kann – Ein Wahlalter 16 muss auch für die Bundestagswahl kommen!"

Lars Klingbeil teilt heftig gegen Friedrich Merz aus

Die Bund-Länder-Gespräche waren kaum beendet, da meldete sich schon der CDU-Chef und Oppositionsführer Friedrich Merz zu Wort. Auf Twitter bezeichnete Merz das Treffen der Länderchef:innen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als "Abend der verpassten Möglichkeiten, der die Bürgerinnen und Bürger verunsichert zurücklässt."

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