Feuerwehrleute entfernen unter Polizeischutz ein Schild am Vereinsheim der Rockergruppe «Bandidos». Innenminister Seehofer (CSU) hatte am Montag, 12.07. die «Bandidos MC Federation West Central» verboten.

Feuerwehrleute entfernen unter Polizeischutz ein Schild am Vereinsheim der Rockergruppe "Bandidos". Innenminister Seehofer (CSU) hatte am Montag, 12. Juli die "Bandidos MC Federation West Central" verboten. Bild: Dieter Menne / Dieter Menne

Seehofer mit Knallhart-Verbot: Bekannte Rockergruppe aufgelöst

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Rockervereinigung "Bandidos MC Federation West Central" wegen krimineller Machenschaften verboten. Das gesamte Vermögen des deutschen Rockerablegers werde beschlagnahmt und eingezogen, teilte das Ministerium am Montag mit. Kennzeichen der Gruppe dürften "weder verbreitet noch veröffentlicht oder in einer Versammlung verwendet werden".

Untersagt wurde zudem, Ersatzorganisationen zu bilden. Von dem Vereinsverbot sind nach Schätzungen des Bundeskriminalamts bundesweit etwa 650 Rocker betroffen. "Das bislang größte Verbot einer kriminellen Rockergruppe zeigt, dass sich der Rechtsstaat nicht an der Nase herumführen lässt", erklärte Innenminister Seehofer.

Verein hatte Selbstauflösung erklärt

Eigentlich hatte der Verein nach dem Verbot seiner Untergruppierung "Bandidos MC Hohenlimburg/Witten" im April seine Selbstauflösung erklärt. Die bisherigen Ermittlungen hätten jedoch gezeigt, dass der Verein weiterhin existiere. "Wer unsere Gesetze mit Füßen tritt, verschwindet nicht vom Radar unserer Sicherheitsbehörden, nur weil er seine Selbstauflösung erklärt", teilte Seehofer mit.

Bereits Anfang des Monats war die Polizei auf Seehofers Anweisung mit fast 1800 Beamten in fünf Bundesländern gegen die Rockervereinigung vorgegangen. Sie durchsuchten mehr als hundert Objekte und beschlagnahmten Waffen, Munition und "größere Mengen Bargeld", wie das Ministerium damals mitteilte.

Razzien von Seehofer angeordnet

Seehofer hatte die Razzien wegen des "dringenden Verdachts" auf Straftaten angeordnet. Der Verein strebe "einen territorialen und finanziellen Machtzuwachs gegenüber konkurrierenden rockerähnlichen Gruppierungen an und setzt entsprechende Ansprüche auch mit Gewalt durch", hieß es seinerzeit. Schwerpunkt der Razzien war Nordrhein-Westfalen, Durchsuchungen fanden aber auch in Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen statt.

Das sind die "Bandidos"

Die Gruppierung wurde laut Innenministerium 1966 in Houston in den USA gegründet. In Deutschland sei sie seit 1999 vertreten. Als sogenannter Weltklub habe sie heute Ableger in vielen Ländern. Offizieller Zweck des "Bandidos MC Federation West Central" sei die Förderung des gemeinsamen Motorradfahrens und das Veranstalten von Events.

In Nordrhein-Westfalen hatte es in der Vergangenheit mehrere blutige Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Rockergruppierungen Bandidos und Hells Angels gegeben. Gegen mutmaßliche Mitglieder der Führungsriege der Bandidos läuft derzeit ein Verfahren vor dem Hagener Landgericht.

(fgr/afp)

Exklusiv

"Uns war klar, dass uns diese Welle nicht einfach ins Kanzleramt spült": Claudia Roth und Georg Kurz, Chef der Grünen Jugend, im watson-Doppel

Die Umfragewerte der Grünen sind momentan sensationell – aber nur, wenn man sie vergleicht mit ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl 2017. Zwischen 15 und 17 Prozent der Wähler würden nach Stand der Befragungen die Partei wählen. Das Problem für die Partei: Seit Mai hat sie rund 10 Prozentpunkte an Zustimmung verloren. Das Ziel, die nächste Bundesregierung anzuführen, scheint zum unerreichbaren Traum geworden zu sein.

War es ein Fehler, Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin zu machen? Sollten …

Artikel lesen
Link zum Artikel