Bei der Vergabe dvon Impfterminen kommt es zurzeit vermerhrt zu Missverständnissen, sodass häufig weniger Leute geimpft werden, als geimpft erden könnten.
Bei der Vergabe dvon Impfterminen kommt es zurzeit vermerhrt zu Missverständnissen, sodass häufig weniger Leute geimpft werden, als geimpft erden könnten.
Bild: www.imago-images.de / Jochen Eckel

50 Anläufe bis zum Impftermin: Bitkom kritisiert Vergabe-Chaos

23.02.2021, 12:43

Der Digitalverband Bitkom hat eine deutliche Verbesserung des Corona-Impfmanagements in Deutschland gefordert. "Dieses Chaos bei der Terminvergabe ist einer High-Tech-Nation wie Deutschland absolut unwürdig", sagte am Dienstag Bitkom-Präsident Achim Berg. Eine repräsentative Umfrage seines Verbandes habe gezeigt, dass der Weg zu einem Impf-Termin viel zu holprig sei: 29 Prozent der Befragten, die versucht haben, für sich oder eine andere Person einen Termin für eine Corona-Impfung zu vereinbaren, hätten 50 oder mehr Anläufe unternehmen müssen. Bei 37 Prozent seien zwischen 25 und 50 Versuche notwendig gewesen. Nur 14 Prozent kamen mit 15 Anläufen oder weniger zum Ziel.

Inakzeptabel sei auch die Tatsache, dass nirgendwo zentral Daten vorlägen, welche Impftermine mit den Bürgern für die kommenden Wochen vereinbart wurden. In fünf Bundesländern, nämlich Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, werde ein Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung genutzt. "Das hat dort überhaupt nicht gut funktioniert", sagte Berg. In Berlin und Schleswig-Holstein seien dagegen mit Doctolib und Eventim private Anbieter beauftragt worden. Frankreich verwende Doctolib sogar landesweit und verfüge damit über einen viel besseren Überblick.

Digitalverband: Covid-Impfungen via App organisieren

Der Verband Bitkom setzt sich dafür ein, parallel zum klassischen gelben Impfbuch auch eine App einzuführen, mit der ein Impf-Nachweis möglich ist. Mit einer digitalen und effizienten Verarbeitung von Patientendaten könnten die Menschen zum einen an notwendige Impf-Auffrischungen erinnert werden. Es sei weiterhin möglich, Nebenwirkungen systematisch zu erfassen. Außerdem könnten dringend notwendige Informationen zu eventuellen Neuinfektionen und Krankheitsverläufen gesammelt werden.

Für eine bessere Organisation des Gesundheitssystems wird schon seit einigen Jahren über die Einführung von digitalen Patientenakten diskutiert. Kritiker sehen Deutschlands digitale Sicherheit nicht im Stande, die sensiblen Daten zu schützen.
Für eine bessere Organisation des Gesundheitssystems wird schon seit einigen Jahren über die Einführung von digitalen Patientenakten diskutiert. Kritiker sehen Deutschlands digitale Sicherheit nicht im Stande, die sensiblen Daten zu schützen.
Bild: imago images / Jochen Eckel

Die repräsentative Umfrage habe ergeben, dass zwei Drittel der Menschen in Deutschland einen digitalen Impfpass nutzen wollen, 43 Prozent sagen, "Ja, auf jeden Fall" und 21 Prozent "Eher ja". 33 Prozent lehnen einen digitalen Impfpass dagegen ab. Die Befürworter verweisen auf die Möglichkeit, dass man damit schnell nachweisen könne, dass man geimpft sei, und schätzen die Option, an notwendige Impfungen oder Auffrischungen erinnert zu werden. Bei den Skeptikern steht vor allem die Sorge vor einem mangenden Datenschutz im Vordergrund (60 Prozent). 31 Prozent, die keinen Digitalpass nutzen wollen, besitzen kein Smartphone oder Tablet, mit dem das möglich wäre.

(vdv/dpa)

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