EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen setzt bei ihrem Vorhaben zur EU-weiten Frauenquote auch auf Emmanuel Macron.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen setzt bei ihrem Vorhaben zur EU-weiten Frauenquote auch auf Emmanuel Macron.Bild: imago images / Federico Pestellini

Bericht: Von der Leyen will EU-weite Frauenquote in Aufsichtsräten großer Firmen

13.01.2022, 08:36

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will im ersten Halbjahr 2022 eine europaweite Frauenquote in den Aufsichtsräten großer Unternehmen durchsetzen.

Wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) aus Kreisen der EU-Kommission in Brüssel erfuhren, setzt von der Leyen dabei auf ein Zusammenspiel mit dem französischen Präsidenten und derzeitigen Ratsvorsitzenden Emmanuel Macron.

Ziel ist dem Bericht zufolge eine Quote von 40 Prozent in den Aufsichtsräten großer börsennotierter Unternehmen in der EU. Einen entsprechenden Plan hatte die EU-Kommission bereits 2012 vorgelegt.

Die Chancen auf eine Realisierung sind derzeit angeblich gut

Im Umfeld der EU-Kommissarin für Werte und Transparenz, der Tschechin Vera Jourova, wurde laut RND am Mittwoch auf zwei für den Quotenplan günstige Faktoren verwiesen: Paris habe Interesse, die Sache voranzubringen. Zweitens sortiere Berlin sich gerade neu.

Von der Ampel-Koalition unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) wird dem RND zufolge in Brüssel erwartet, dass sie im Rat der EU-Regierungschefs für die europäische Frauenquote stimmt. Allenfalls die deutschen Liberalen, heißt es in Kreisen der Kommission, dürften darin ein Problem sehen.

Der Berliner Ampel-Koalitionsvertrag enthält keine Festlegungen zur EU-Frauenquote. In Deutschland sind große Unternehmen seit einigen Jahren gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Aufsichtsräte mit mindestens 30 Prozent Frauen zu besetzen.

(nik/afp)

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