Novelist Philip Roth poses in March 1993. (AP Photo/Joe Tabbacca) |
Die Romane und Essays von Philip Roth wurden vielfach ausgezeichnet. Bild: joe tabacca/AP
International

Der US-Schriftsteller Philip Roth ist mit 85 Jahren gestorben

23.05.2018, 05:5823.05.2018, 06:39

Der US-Schriftsteller Philip Roth ist nach Medienberichten im Alter von 85 Jahren gestorben.

Das berichtete unter anderem die Zeitung "The New York Times" am Dienstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf eine enge Freundin des preisgekrönten Autors.

  • Zu den bekanntesten Werken des Pulitzer-Preisträgers gehören unter anderem die Roman-Trilogie "Der Ghostwriter", "Zuckermans Befreiung" und "Die Anatomiestunde".

Geboren wurde der Schriftsteller, den viele Literaturkenner auch immer wieder als Anwärter auf den Literaturnobelpreis sahen, 1933 in Newark – auf der anderen Seite des Hudson River von New York aus gesehen.

Aufgezogen wurde er von jüdischen Immigranten unter einfachsten Verhältnissen im Arbeiterviertel Weequahic. Fast drei Dutzend Bücher veröffentlichte Roth im Lauf seiner Karriere, oft eines pro Jahr. Sarkastisch, humorvoll, voller Melancholie. Viele davon spielen im Newark seiner Jugend. Mit der Ankündigung seines Ruhestands hatte der US-Schriftsteller 2012 den Literaturbetrieb geschockt.

Seinen Ruhestand hatte er nie bereut

"Der Kampf mit dem Schreiben ist vorbei", hatte er sich damals auf einen gelben Zettel geschrieben und auf seinen Computer geklebt. "Jeden Morgen schaue ich auf diesen Zettel, und das gibt mir sehr viel Kraft."

Zu seinem 85. Geburtstag in diesem März sagte Roth, er bereue seinen Ruhestand nicht: "Die Bedingungen, die mich dazu gebracht haben, mit dem literarischen Schreiben aufzuhören, haben sich ja nicht verändert."

Schon 2010 habe er das Gefühl gehabt, dass seine beste Arbeit hinter ihm liege. "Ich hatte einfach nicht mehr die geistige Lebhaftigkeit oder die verbale Energie oder die physische Fitness um einen großen kreativen Angriff auf eine komplexe Struktur wie einen Roman zu starten. Jedes Talent hat seine Bedingungen, seine Beschaffenheit, sein Ausmaß, seine Kraft - nicht jeder kann für immer ergiebig sein."

(pb/dpa)

USA-Experte: Gegen Trump würde Biden wohl gewinnen – aber nicht gegen andere Kandidaten

In seiner Rede zur Lage der Nation macht US-Präsident Joe Biden den ganz großen Aufschlag: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Vereinigten Staaten. Dazu viel Pathos und große Worte. Und das 72 Minuten lang. "Das waren zwölf Minuten länger als im vergangenen Jahr", sagt Kampagnenexperte Julius van de Laar. Er beriet einst Barack Obama in dessen Wahlkampf. Für van de Laar macht die Rede eines deutlich: Joe Biden wollte zeigen, er ist fit und vital.

Zur Story