Bild: AP

Hongkong: Demonstranten versuchten, das Parlament zu stürmen

31.08.2019, 12:4231.08.2019, 12:45

Seit drei Monaten nun dauern die Massenproteste in Hongkong an: Tausende Menschen gehen auf die Straße, um für mehr Demokratie und gegen die Einflussnahme Pekings zu protestieren. Nun haben die Demonstranten versucht, ein Parlamentsgebäude in der chinesischen Sonderverwaltungszone zu stürmen. Zudem setzte die Polizei Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten ein.

Die Demonstranten in Hongkong durchbrachen eine Absperrung der Polizei

Schon am Nachmittag ist es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstranten gekommen, die sich trotz Verbots wieder zum Protest versammelt haben. So haben Demonstranten Steine auf Polizisten geworfen und sie mit Laserpointern geblendet. Bei Einbruch der Dunkelheit durchbrachen mit Steinen und Brandsätzen bewaffnete Demonstranten dann eine Absperrung vor dem Parlament.

Für Samstag hatten die Organisatoren ursprünglich eine Großdemonstration angemeldet, um an den fünften Jahrestag der Regenschirm-Bewegung 2014 zu erinnern. Die Polizei hatte die Demonstration jedoch verboten. Am Freitag gingen die Behörden zudem massiv gegen Demokratie-Aktivisten vor: Die Polizei nahm die Protestanführer Joshua Wong und Agnes Chow sowie mindestens drei weitere bekannte Aktivisten und drei der Demokratiebewegung nahestehende Abgeordnete fest.

Großdemo in Hongkong abgesagt – dennoch setzten sich viele über das Demo-Verbot hinweg

Angesichts des Drucks sagten die Organisatoren die Großdemonstration ab, kündigten aber andere Aktionen an. Viele Hongkonger setzten sich am Samstag auch mit kreativen Aktionen über das Demonstrationsverbot hinweg: Sie widmeten den Protest in nicht verbotene "religiöse Versammlungen" um, trugen Kreuze oder Ikonen und sangen "Halleluja".

(ak/afp)

Exklusiv

Grünen-Politiker Erik Marquardt kritisiert G20-Afghanistan-Gipfel: "Man macht die gleichen Fehler, die man vor 20 Jahren gemacht hat"

Die Taliban erobern Afghanistan und es gibt einen Aufschrei in der deutschen Gesellschaft. Dann kommt die Bundestagswahl und die Zustände am Hindukusch geraten fast wieder in Vergessenheit. Aber nur fast.

"Kabul Luftbrücke" rettet weiter. Nur nicht mehr ganz so medienwirksam, wie es die Initiative, die unter anderem von Grünen-Politiker Erik Marquardt ins Leben gerufen wurde, noch im August getan hat – zu der Zeit, als die neue alte Afghanistan-Krise ihren zwischenzeitlichen Höhepunkt hatte. Zumindest, was die mediale Aufmerksamkeit angeht.

Dass noch immer Deutsche in Afghanistan festsitzen, dass dort noch immer Menschen von den radikal-islamischen Taliban verfolgt werden, dass Frauenrechte, …

Artikel lesen
Link zum Artikel