Die Polizei in Hongkong setzt Tränengas gegen Demonstranten ein.
Die Polizei in Hongkong setzt Tränengas gegen Demonstranten ein.
Bild: imago images/Miguel Candela

Nacht der Gewalt in Hongkong: Polizei setzt Tränengas und Gummigeschosse ein

22.07.2019, 06:54

Die zunächst friedlichen Proteste in Hongkong sind am Sonntagabend (Ortszeit) in Gewalt geendet.

  • Die Polizei setzte am Sonntag Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten ein.
  • Demonstranten hielten sich am Nachmittag nicht an Anordnungen der Polizei, wie CNN berichtet. Maskierte Demonstranten bewarfen das Gebäude der chinesischen Vertretung mit Eiern, andere Teilnehmer der Demo sprühten Slogans an die Wände. Schließlich stürmte die Polizei den Platz vor dem Gebäude.
  • Zudem kam es zu einer gewaltsamen Attacke eines Schlägertrupps, mit Metallstangen und Holzstöcken bewaffnet, auf regierungskritische Demonstranten. 45 Menschen wurden verletzt, sechs Menschen erlitten schwere Verletzungen, einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr.
  • Auch hier steht die Polizei in der Kritik: Der bekannte Demokratie-Aktivist Nathan Law schrieb in der Nacht auf Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter, wenn "chinesische Mobs" Bürger angreifen würden, greife die Polizei nicht ein. "Schande über die Regierung."
  • Kritiker der Hongkonger Regierung vermuten die Triaden, eine Mafia-Gruppe, hinter der Attacke und werfen der Polizei vor, mit ihr zusammenzuarbeiten.
Demonstranten besprühen das Gebäude der chinesischen Vertretung.
Demonstranten besprühen das Gebäude der chinesischen Vertretung.
Bild: Imago images / Vernon Yuen

Darum geht es bei den Protesten in Hongkong

China hatte London bei der Übergabe Hongkongs im Jahr 1997 zugesichert, dass in der ehemals britischen Kolonie Grundrechte wie Meinungs- und Pressefreiheit für mindestens 50 Jahre gewahrt blieben. Hongkongs wiedererstarkte Oppositionsbewegung wirft der Regierung vor, die als "Ein Land, zwei Systeme" bekannte Regelung zunehmend zu unterlaufen.

Die Demonstranten fordern unter anderem demokratische Reformen, ein allgemeines Stimmrecht und den Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam.

Die Protestbewegung hatte kürzlich dafür gesorgt, dass ein umstrittenes Auslieferungsgesetz an China von der Regierung in Hongkong eingefroren wurde.

Die Polizei steht in Hongkong massiv in der Kritik. Demonstranten und Menschenrechtsgruppen hatten den Einsatzkräften in der Vergangenheit einen unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt vorgeworfen. Vergangenen Sonntag waren bei Zusammenstößen 28 Menschen verletzt worden.

(ll/afp)

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