Auch die Straßen in Russlands Hauptstadt Moskau sind leergefegt.
Auch die Straßen in Russlands Hauptstadt Moskau sind leergefegt. Bild: dpa / Ulf Mauder

Arbeitsfreie Woche in Russland im Kampf gegen Corona-Pandemie

30.03.2020, 11:01

Russland will mit einer arbeitsfreien Woche die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie eindämmen. Das ist eine von mehreren Maßnahmen, die an diesem Montag in Kraft tritt. Auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin sollen große Teile der russischen Geschäftswelt ruhen. Die Löhne sollen aber weiter gezahlt werden. Supermärkte, Apotheken und Krankenhäuser bleiben geöffnet. Die Bevölkerung sollte jetzt "Disziplin und Verantwortung" zeigen und zu Hause zu bleiben, hatte Putin an seine Landsleute appelliert.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin verhängte zudem am Sonntagabend eine allgemeine Ausgangssperre. Sie soll ebenfalls von diesem Montag an gelten – wie lange, war zunächst unklar. Die Wohnung dürfe nur verlassen, wer etwa zur Arbeit, zum Arzt oder einkaufen gehen müsse, heißt es in der Anordnung. Solche Einschränkungen gab es bislang nur für Menschen im Alter von über 65 Jahren.

In die Datscha

Viele Russen nutzen offenbar den Zwangsurlaub für eine Reise. Der Gouverneur der am Schwarzen Meer liegenden Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, schrieb bei Instagram: "Wir haben gesehen, dass die Hotel-Reservierungen buchstäblich am Tag nach der Anordnung des Präsidenten stark gestiegen sind, besonders in Sotschi."

Viele zweifeln deshalb, ob die arbeitsfreie Woche ein geeignetes Mittel gegen die hochansteckende Lungenkrankheit ist. In Russland gibt es zwar vergleichsweise wenige Corona-Fälle, aber mit stark steigender Tendenz: Mit Stand Sonntag wurden nach offiziellen Angaben mehr als 1500 Infektionen registriert, die meisten davon in Moskau.

Russland hat außerdem am Montag seine Grenzen komplett geschlossen. Die Regierung ordnete an, ab Mitternacht solle der Verkehr an allen Grenzübergängen auf Straßen, Bahnverbindungen, Häfen und Fußgängerübergängen "vorübergehend beschränkt" werden. Teile der Grenze sind bereits seit längerem geschlossen, etwa nach China.

(dpa/lin)

Einblicke in ehemals besetztes Gebiet: Zerstörung kennt keine Grenzen
Watson-Politikredakteurin Joana Rettig ist mit dem zweiten Vorsitzenden der Stuttgarter Organisation STELP, Patrick Münz, in der Ukraine. Sie verteilen Hilfsgüter und evakuieren Menschen aus Kriegsgebieten. Ein Protokoll.

Von Mannheim über Lwiw nach Dnipro. Das war Mitte Mai die Route von Patrick Münz und Okan Baskonyali. Von Dnipro aus sollte es dann weitergehen: Dahin, wo sie gebraucht werden.

Zur Story