Portugal, Lissabon: Feuerwehrleute organisieren gespendetes Essen für die Krankenwagenbesatzungen, die stundenlang darauf warten, ihre COVID-19-Patienten an die Sanitäter im Santa Maria Krankenhaus zu übergeben.
Portugal, Lissabon: Feuerwehrleute organisieren gespendetes Essen für die Krankenwagenbesatzungen, die stundenlang darauf warten, ihre COVID-19-Patienten an die Sanitäter im Santa Maria Krankenhaus zu übergeben.
Bild: dpa / Armando Franca

Bundeswehr prüft Vorgehen bei Corona-Hilfe für überfordertes Portugal

31.01.2021, 12:3431.01.2021, 12:33

Die Bundeswehr prüft nach der Rückkehr eines medizinischen Erkundungsteams aus dem von Corona besonders hart getroffenen Portugal das weitere Vorgehen. Art und Umfang der Unterstützung für Portugal, aus dem ein Hilfeersuchen vorliege, seien noch offen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Magazin "Spiegel" berichtete am Sonntag, dass Anfang der Woche ein Team von 27 Ärzten und Sanitätern nach Portugal geschickt werden könnte, um in den überlasteten Krankenhäusern auszuhelfen. Außerdem sei die Lieferung von Feldkrankenbetten und Beatmungsgeräten geplant.

Katastrophales Bild vor Ort

Nach "Spiegel"-Informationen wurde den Bundeswehrexperten vor Ort ein katastrophales Bild geschildert. Das Gesundheitssystem sei vollkommen überfordert, ein Großteil des Pflegepersonals in den Krankenhäusern sei selbst mit Corona infiziert. Das Ausfliegen von Patienten sei zunächst nicht geplant. Österreich teilte unterdessen am Sonntag mit, dass schwer kranke Corona-Patienten aus Portugal in das Alpenland ausgeflogen würden.

Portugal war lange glimpflich durch die Pandemie gekommen. Seit dem Herbst wird die Lage aber immer schlechter. Seit dem 15. Januar herrscht in dem Land mit 10.3 Millionen Einwohnern ein strenger Lockdown. Wegen der Verbreitung der höher ansteckenden Virusvariante aus Großbritannien gilt in Deutschland seit Samstag eine Einreisesperre für Menschen aus dem Land, wobei es allerdings Ausnahmen etwa für Deutsche und Menschen mit Aufenthaltsrecht in Deutschland gibt.

(mse/dpa)

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