Jim Mattis hat Donald Trump in seinem Rücktrittsschreiben kritisiert.
Jim Mattis hat Donald Trump in seinem Rücktrittsschreiben kritisiert.Bild: ap

US-Verteidigungsminister Mattis tritt zurück – wegen Differenzen mit Trump

21.12.2018, 00:3521.12.2018, 00:51

Wegen erheblicher Meinungsverschiedenheiten mit US-Präsident Donald Trump tritt Verteidigungsminister Jim Mattis zurück. 

  • Der Pentagon-Chef gab seinen Rücktritt einen Tag nach Trumps Ankündigung eines vollständigen Truppenabzugs aus Syrien bekannt. Mattis ist eine entschiedener Gegner dieses Schritts.
  • Trump schrieb am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, Mattis werde Ende Februar "mit Auszeichnung" aus dem Amt scheiden.

"Ich danke Jim sehr für seine Dienste!" Während der Amtszeit des Ministers seien große Fortschritte erreicht worden, etwa bei der Ausrüstung des Militärs, schrieb Trump zu dem Rücktritt auf Twitter.

In seinem Rücktrittschreiben ging Mattis nicht direkt auf den Truppenabzug auf Syrien ein, den viele für verfrüht halten. Er hob aber hervor, für wie wichtig er eine enge Zusammenarbeit mit den traditionellen Verbündeten der USA hält. Verbündete müssten "mit Respekt" behandelt werden, schrieb Mattis. Trump hat traditionelle Partner wie Deutschland immer wieder vor den Kopf gestoßen.

"Sie haben das Recht auf einen Verteidigungsminister, dessen Ansichten mehr auf einer Linie mit Ihren Ansichten sind."
Jim Mattis in seinem Rücktrittsschreiben an Donald Trump

Nur wenige Minuten vor Veröffentlichung des Rücktrittschreibens hatte Trump selbst Mattis' Abgang bekanntgegeben. Er dankte Mattis für seine Arbeit und erklärte, ein Nachfolger werde bald ernannt.

Über einen Rücktritt wurde schon zuvor gemunkelt:
Über einen Austausch des Pentagon-Chefs, der seit rund zwei Jahren im Amt war, hatte es schon länger Spekulationen gegeben. Mattis und Trump lagen bei einer Reihe von Fragen über Kreuz, immer wieder setzte sich der Präsident über die Ratschläge seines Verteidigungsministers hinweg. So hatte Mattis gewarnt, ein verfrühter Rückzug aus Syrien wäre ein "schwerer strategischer Fehler". Am Mittwoch kündigte Trump dann überraschend einen vollständigen Abzug der US-Soldaten aus Syrien an. Das stieß in den USA, aber auch bei Verbündeten im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf viel Unverständnis.

Trump braucht nicht nur einen neuen Verteidigungsminister:

Mattis hatte die Berichte über einen Rücktritt aber zurückgewiesen. Trump selbst hatte erklärt, Mattis werde noch lange im Amt bleiben.  Der Journalist Bob Woodward hatte in seinem Enthüllungsbuch "Fear" geschrieben, Mattis habe sich mehrfach herablassend über Trump geäußert.

Mattis Rückzug folgt auch auf diverse Personalwechsel in Trumps Kabinett in den vergangenen Wochen. Zuletzt erst hatte Trump angekündigt, seinen Stabschef John Kelly und Innenminister Ryan Zinke auszuwechseln. Seit Trump im Weißen Haus regiert, hat es Dutzende Personalwechsel gegeben - zu den aufsehenerregendsten gehörte die angeblich per Twitter erfolgte Entlassung von Außenminister Rex Tillerson im März. Erst im November hatte Trump seinen Justizminister Jeff Sessions zum Rücktritt gedrängt. Frühere Mitarbeiter des Weißen Hauses haben in Insider-Berichten ein Bild von chaotischen Zuständen gezeichnet.

(aj/dpa/afp)

20 Jahre Haft für Maxwell: Ein Schlusspunkt hinter dem Missbrauchs-Fall Epstein?

Die langjährige Haftstrafe für Ghislaine Maxwell setzt einen vorläufigen Schlusspunkt hinter den Missbrauchsskandal um ihren Ex-Vertrauten und bestens vernetzten US-Multimillionär Jeffrey Epstein. Richterin Alison Nathan verurteilte die 60-Jährige am Dienstag in New York unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken zu 20 Jahren Gefängnis.

Zur Story