Bild: AP

G7-Moment begeistert das Netz: Trump sagt, er habe "deutsches Blut" – Merkel lacht

27.08.2019, 01:5627.08.2019, 06:22

Am Montag haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel im französischen Biarritz getroffen. Bei der anschließenden Pressekonferenz bemühten sich die beiden, die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu betonen. Dabei gilt das persönliche Verhältnis zwischen den beiden als angeknackst.

  • Trumps Äußerungen führten bei der Kanzlerin zu einem bemerkenswerten Mienenspiel, ihr Gesichtsausdruck ist sonst kaum zu lesen.
  • Merkel blieb zunächst nichts anderes übrig, als zu warten. Trump riss die Pressekonferenz an sich.
  • Als Trump erklärte, er fühle sich geehrt von einer Einladung Merkels nach Deutschland und werde bald nach Deutschland reisen, verzog Merkel das Gesicht und rollte mit den Augen.

Trump und der Deutschland-Besuch

Merkel hatte Trump mehrfach nach Deutschland eingeladen. Dennoch war der US-Präsident seit seinem Amtsantritt im Januar 2017 noch nicht für einen bilateralen Besuch in Deutschland.

Frankreich und Großbritannien hat Trump dagegen schon jeweils zwei Mal besucht. Auch nach Polen reist er nächstes Wochenende zum zweiten Mal. In Deutschland war Trump lediglich zum G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 und dann ein zweites Mal im Dezember bei einem kurzen Zwischenstopp auf dem US-Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein. Dort besuchte er US-Soldaten auf seinem Rückweg von einem Weihnachtsbesuch bei den US-Streitkräften im Irak.

Als Trump dann erklärte, er habe "deutsches Blut", verlor die Kanzlerin die Fassung. Sie prustete los – das entging auch nicht den zahlreichen Kameras vor Ort.

Trumps Vorfahren kommen aus Kallstadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Der US-Amerikaner war noch nie dort. Merkel sagte anschließend, es gebe "noch kein spezifisches Datum" für den Besuch. Die Szene sorgte für Aufmerksamkeit im Netz: Videos, die den Moment auf höchster diplomatischer Ebene zeigen, erhielten tausende Likes. "Schaut euch ihr Gesicht an!" oder "Sie ist die Beste" schrieben auch amerikanische Social-Media-Nutzer, die die Pressekonferenz verfolgt hatten.

Wenn Trump das nächste Mal nach Deutschland kommt, könnte neben seinen politischen Gesprächen auch ein Besuch in der Heimat seiner Vorfahren auf seinem Programm stehen. US-Botschafter Richard Grenell hatte einen Besuch des 73-jährigen Trumps in Kallstadt bereits im vergangenen Jahr in Aussicht gestellt. "Ich weiß nicht wann, aber er hat mir gesagt, dass er kommen und den Heimatort seiner Familie sehen will", sagte er im Dezember.

Hier kannst du dir die ganze Pressekonferenz ansehen:

Trump hat Merkel schon zwei Mal im Weißen Haus in Washington empfangen. Beim letzten Mal brachte die Kanzlerin ihm einen Kupferstich von 1705 mit einer Karte der Region Pfalz mit, auf der Kallstadt zu sehen ist.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte in Berlin, die Bundesregierung würde einen Deutschland-Bbesuch Trumps begrüßen. Die USA und Deutschland seien so enge Partner, "dass ein Besuch des US-Präsidenten hier immer willkommen ist", sagte sie.

(pb/dpa)

Das Ergebnis, wenn man Technik und alte Menschen kombiniert

1 / 21
Das Ergebnis, wenn man Technik und alte Menschen kombiniert
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Trumps Twitter-Tiraden: So begann @realdonaldtrump

Wie die USA Putin auf die Schliche kamen – und was Selenskyj heute dazu sagt

Schon im Herbst 2021 warnten die USA: Putin plant eine Invasion in die Ukraine. Das zeigt nun eine Untersuchung der "Washington Post". Anhand von Interviews zeichnet die Zeitung den Weg zum Krieg in der Ukraine, einschließlich der Bemühungen des Westens, die Pläne des Kremls zu vereiteln, nach. Dabei sprach sie mit mehr als drei Dutzend hochrangigen amerikanischen, ukrainischen, europäischen und NATO-Beamten.

Zur Story