Putin und Trump treffen sich noch im Juli 

28.06.2018, 14:1606.07.2018, 20:03

Der Gipfel zwischen dem russischen Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump wird am 16. Juli in der finnischen Hauptstadt Helsinki stattfinden. Das teilten der Kreml in Moskau und das Weiße Haus in Washington am Donnerstag mit. Die beiden Staatschefs waren sich bislang nur am Rande von internationalen Treffen begegnet.

Das Verhältnis zwischen Russland und den USA ist aufgrund zahlreicher Streitfragen angespannt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Ankündigung folgt auf den Besuch von US-Sicherheitsberater John Bolton bei Putin am Mittwoch in Moskau. Der Gipfel habe eine enorme Bedeutung für Russland, die USA und die internationale Gesamtlage, hatte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow nach dem Treffen mit Bolton gesagt.

"Ich denke, das wird das wichtigste internationale Ereignis dieses Sommers."
Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow

In Helsinki hatte es bereits 1990, noch vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, ein Gipfeltreffen des damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush mit dem sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow gegeben. Damals ging es um die explosive Lage im Golfkonflikt.

Dieses Mal soll es nach Angaben beider Seiten um:

  • die bilateralen Beziehungen
  • Syrien 
  • die Ukraine
  • und Rüstungskontrolle gehen. 

Trump und Putin: 

  • hatten sich zum ersten Mal für ein Gespräch beim G20-Gipfel im vergangenen Juli in Hamburg getroffen.
  • Danach gab es eine kurze Begegnung beim Treffen der Gruppe asiatischer und pazifischer Staaten (APEC) im November 2017 in Vietnam.
  • Seit Trumps Amtseinführung Anfang 2017 war mehrfach über bilaterale Verhandlungen der beiden Präsidenten spekuliert worden, doch es wurde nie so konkret wie nun. 

Warum jetzt?

  • Ein Grund für die langwierigen Planungen eines Treffens dürfte das schlechte Verhältnis der beiden größten Atommächte und UN-Veto-Staaten sein.
  • Die US-Justiz ermittelt wegen der mutmaßlichen russischen Einmischung in den Wahlkampf 2016, ebenso wegen der Kontakte von Trumps Wahlkampfteam zu Vertretern Moskaus.
  • Im Syrien-Krieg stehen die Mächte auf unterschiedlichen Seiten.
  • Das System der nuklearen Rüstungskontrolle ist gefährdet.
  • Auch der Ukraine-Konflikt und Russlands Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 belasten die Beziehungen.

(hd/ dpa)

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