Bild: dpa/Farshid-M. Bina

Großbritannien erwägt laut Bericht Sanktionen gegen den Iran

21.07.2019, 08:40

Die Krise am Persischen Golf spitzt sich weiter zu.

  • Nachdem ein britischer Öltanker in der Straße von Hormus durch den Iran beschlagnahmt wurde, erwägt die britische Regierung erwägt einem Medienbericht zufolge Sanktionen gegen den Iran.
  • Außenminister Jeremy Hunt dürfte am Sonntag diplomatische und wirtschaftliche Maßnahmen bekanntgeben, berichtete der "Daily Telegraph" am Sonntag. Dazu gehöre das mögliche Einfrieren von Vermögen.
  • Großbritannien könnte demnach darauf drängen, dass die Sanktionen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union gegen den Iran erneut verhängt werden. Diese waren 2016 nach einem Abkommen über das iranische Atomprogramm aufgehoben worden.
  • Großbritannien verurteilte die Beschlagnahmung des Tankes außerdem in einem Schreiben an die UN: Die iranische Aktion stelle einen "illegalen Eingriff dar", heißt es in dem Brief, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.
  • Der Tanker habe sich in omanischen Hoheitsgewässern befunden, als er von iranischen Streitkräften beschlagnahmt worden sei, so der Vorwurf.
  • "Wir suchen nicht die Konfrontation mit dem Iran", heißt es in dem Schreiben weiter. Aber die Aktion sei "inakzeptabel und eskalierend".

Was war passiert?

Der Iran hat mit der erneuten Festsetzung eines britischen Öltankers in der Straße von Hormus die Spannungen in der Region verschärft. Das Schiff sei in einen Unfall mit einem iranischen Fischerboot verwickelt gewesen und habe dessen Notruf ignoriert, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars am Samstag. Großbritannien wies diese Darstellung zurück.

Die Meerenge im Golf von Oman ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch dieses Nadelöhr verschifft.

Heiko Maas: "Es geht darum, Krieg zu verhindern"

Die Situation am Golf sei dadurch "noch ernster und gefährlicher geworden" als ohnehin schon, sagte Außenminister Heiko Maas der "Bild am Sonntag".

"Es geht darum, Krieg zu verhindern", sagte der SPD-Politiker. Sollte die Diplomatie scheitern und es zu einer militärischen Eskalation kommen, gäbe es "keine Gewinner, nur Verlierer", sagte er weiter.

(ll/rt/dpa)

Vom Journalismus in die Flüchtlingshilfe: Wie Erfahrungen Andreas Tölke verändert haben

Über 30 Jahre war Andreas Tölke als Journalist tätig – bis er 2015 Geflüchtete bei sich aufnahm und sich von diesem Zeitpunkt an komplett der Flüchtlingshilfe widmete. Mittlerweile ist der 61-Jährige Vorstandsmitglied der NGO "Be an Angel". In den vergangenen Jahren kümmerte sich der Verein vor allem um Geflüchtete aus Syrien und Afghanistan. 2021 wurden sie dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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