Gewalt im Gazastreifen – weltweit fürchten Politiker Flächenbrand im Nahen Osten

14.05.2018, 19:1015.05.2018, 06:03

Die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem und die Gewalt im Gazastreifen haben weltweit Befürchtungen vor einer erneuten Eskalation im Nahost-Konflikt geweckt.

International wird vor einem neuen Flächenbrand in der Region gewarnt. Hier die wichtigsten Reaktionen im Überblick:

Europäische Union

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini rief alle Seiten "zu äußerster Zurückhaltung" auf. "Israel muss das Recht auf friedlichen Protest und den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beim Einsatz von Gewalt respektieren", erklärte Mogherini. Die radikale Palästinenserorganisation Hamas und andere müssten ihrerseits für gewaltfreie Demonstrationen sorgen.

Deutschland

Die Bundesregierung reagierte "bestürzt und mit tiefer Sorge" auf die blutigen Zusammenstöße zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften.

"Alle müssen sich nun dafür einsetzen, dass es nicht zu einer noch schlimmeren Zuspitzung der Lage kommt."
Sprecherin des Auswärtigen Amtes

Israel habe das Recht, sich zu verteidigen und den Grenzzaun zum Gazastreifen gegen ein "gewaltsames Eindringen" zu sichern. Gleichzeitig müsse das Recht auf friedlichen Protest auch in Gaza gelten. Es dürfe aber nicht missbraucht werden.

Großbritannien

London rief ebenfalls zu "Ruhe und Zurückhaltung" auf.

"Wir sind beunruhigt nach den Berichten über Gewalt und Todesopfer im Gazastreifen."
Sprecher der Premierministerin Theresa May

Die Botschaftsverlegung sei "nicht hilfreich für den Friedensprozess in der Region".

Frankreich

Angesichts der Gewalt warnte Frankreich vor einem "neuen Flächenbrand" im Nahen Osten. Außenminister Jean-Yves Le Drian ermahnte alle Beteiligten zur Verantwortung und rief zur Suche nach einer diplomatischen Lösung auf.

Frankreichs Außenminister Le Drian zeigt sich besorgt. 
Frankreichs Außenminister Le Drian zeigt sich besorgt. 
Bild: imago stock&people

Türkei

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte bei einem Besuch in London, die USA hätten ihre Rolle als Vermittler im Nahost-Konflikt eingebüßt. Washington habe sich entschlossen, "Teil des Problems, nicht der Lösung zu sein", kritisierte Erdogan. 

Russland

Auch der Kreml glaubt, dass sich die Situation im Nahen Osten weiter verschärfen könnte. Auf eine entsprechende Frage antwortete der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow: "Ja, wir haben diese Befürchtung."

Ägypten

Der ägyptische Großmufti Schauki Allam prangerte die "Beleidigung der Gefühle von mehr als anderthalb Milliarden Muslimen weltweit" an. Die Botschaftsverlegung begünstige "Konflikte und Kriege in der Region".

sae/lob/ck (afp, gw)

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