Bild: Lee Jin-man/AP

Nordkorea gibt sich nach Gipfel-Absage diplomatisch

25.05.2018, 04:51

Nordkorea ist auch nach der Absage des Gipfeltreffens durch die USA zu Gesprächen bereit. "Wir teilen den USA nochmals unsere Bereitschaft mit, sich jederzeit und in jeder Form persönlich zusammenzusetzen, um das Problem zu lösen", sagte der nordkoreanische Vize-Außenminister Kim Kye Gwan am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. "Die plötzliche Ankündigung zur Absage des Treffens kam für uns unerwartet, und wir empfinden diese als zutiefst bedauerlich."

Die Absage entspreche "nicht den Wünschen der Welt", zitiert die südkoreanische Agentur Yonhap aus einer Mitteilung aus Pjöngjang. Nordkorea sei weiterhin jederzeit zu einem Treffen mit den USA bereit, zumal Kim Jong Un "alle Bemühungen" auf das Treffen mit US-Präsident Donald Trump gerichtet habe. Ein Gipfel mit den USA sei dringend nötig, um "schwerwiegende feindliche Beziehungen" auszuräumen.

US-Präsident Donald Trump hatte das für den 12. Juni in Singapur geplante Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am Donnerstag abgesagt und stattdessen eine Fortsetzung seiner Politik des "maximalen Drucks" und der Sanktionen gegen Pjöngjang angekündigt. Trump begründete den Schritt in einem Brief an Kim mit der "offenen Feindseligkeit", die Pjöngjang jüngst zum Ausdruck gebracht habe. Er halte den Gipfel deshalb gegenwärtig für "unangemessen"

Auch international wird die Absage mit Bedauern aufgenommen

Der russische Präsident Wladimir Putin bedauerte die Absage des Gipfeltreffens von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Russland habe auf "einen bedeutenden Schritt in Richtung einer Deeskalation" und "einen Beginn der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" gehofft, sagte Putin am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in St. Petersburg.

Macron fügte hinzu, er hoffe, dass "der Prozess der Nichtweiterverbreitung" auch nach der Absage des Treffens fortgesetzt werde. "Ich wünsche, dass das nur ein Zwischenfall in einem Prozess ist, der weitergehen muss".

Kim Jong Un und Moon Jae In bei ihrem ersten Treffen in Panmunjom. 
Kim Jong Un und Moon Jae In bei ihrem ersten Treffen in Panmunjom. 
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Südkoreas Präsident Moon Jae In reagierte enttäuscht auf die Absage des Gipfeltreffens.

Es sei schwierig, ernste diplomatische Probleme durch den "jetzigen Weg der Kommunikation" zu lösen, wurde Moon von seinem Büro zitiert. "Ich hoffe, die Länder werden diese Probleme durch einen direkteren und engen Dialog lösen.

"Man wolle gemeinsam mit den USA an der Schaffung von geeigneten Bedingungen arbeiten, um Gespräche zwischen Amerika und Nordkorea doch noch zu ermöglichen. Die Außenminister Südkoreas und der USA hätten sich in einem Telefonat auf ein entsprechendes Vorgehen verständigt. Das teilte das Ministerium in Seoul am Freitag mit.

Auch wolle Südkorea sich weiterhin für eine Verbesserung der Beziehungen zum Norden einsetzen. "Unsere Regierung wird ihren Teil dazu beitragen, die Panmunjom-Erklärung umzusetzen", sagte der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Cho Myoung Gyon mit Blick auf die im April unterzeichnete historische Gipfelerklärung zwischen Nord- und Südkorea.

(aj/dpa/afp/rtr)

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