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Mindestens 29 Tote bei Busunglück auf Madeira – was wir bislang wissen

17.04.2019, 21:3318.04.2019, 06:19

Erschreckende Bilder aus Madeira: Ein Bus, mit dem die Urlauber auf der portugiesischen Ferieninsel unterwegs waren, stürzte am frühen Mittwochabend eine Böschung hinunter auf ein Haus.

  • Mindestens 29 Menschen überlebten dies nicht, wie der zuständige Bürgermeister Filipe Sousa dem portugiesischen Sender RTP3 bestätigte.
  • Der portugiesische Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa betonte am späten Abend, nach seinen Informationen handele es sich bei allen Toten um Deutsche. Er wolle am Donnerstag mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen. Das Auswärtige Amt in Berlin richtete einen Krisenstab ein. Besorgte Angehörige können sich laut Seibert an das Auswärtige Amt unter der Rufnummer 030/5000-3000 wenden.
  • Insgesamt sollen mindestens 28 weitere Menschen verletzt worden sein, darunter zwei Portugiesen, hieß es aus dem Krankenhaus in der Hauptstadt Funchal, in dem sie behandelt wurden.
  • Die Unglücksursache war zunächst noch unklar. Laut Medienberichten könnte ein mechanisches Problem der Grund gewesen sein - entweder ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal. Der Vizepräsident der Regionalregierung, Pedro Calado, sagte, Mutmaßungen zu der Unglücksursache seien «verfrüht.»

Auf Bildern war zu sehen, wie der weiße Reisebus völlig zerstört auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach lag.

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Offenbar saßen 57 Menschen im Bus

Die Zeitung "Observador" berichtete von insgesamt 57 Menschen an Bord. Verletzt wurden bei dem Unfall demnach 27 von ihnen. Zwei konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Unter den Verletzten waren den Angaben zufolge zwei Portugiesen: der Fahrer und ein Fremdenführer.

"Mit großer Erschütterung haben wir von dem tragischen Busunglück auf Madeira erfahren. Wir müssen leider davon ausgehen, dass Opfer aus Deutschland sind", twitterte das Auswärtige Amt am Mittwochabend.

Regierungssprecher Steffen Seibert schrieb: "Entsetzliche Nachrichten erreichen uns aus Madeira. Unsere tiefe Trauer gilt all denen, die in dem verunglückten Bus ihr Leben verloren haben, unsere Gedanken sind bei den Verletzten."

Portugals Ministerpräsident António Costa kondolierte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei bestürzt und übermittle der Kanzlerin "in dieser schweren Stunde" sein Bedauern, twitterte Costa am Abend.

Die Regionalregierung kündigte eine dreitägige Trauerzeit für die portugiesische Insel an. Diese gelte von Donnerstag bis Samstag, hieß es in einer Erklärung des Regierungsrats der Autonomen Region Madeira. Demnach werden die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden auf Madeira während der drei Tage auf halbmast gesetzt.

Das Unglück hatte sich gegen 18.30 Uhr in dem östlich von Funchal gelegenen Caniço ereignet. Zwei Dutzend Rettungswagen waren im Einsatz, die Polizei riegelte den Unglücksort weiträumig ab.

Auf Videos war zu sehen, wie Helfer Verletzte stützten und in Sicherheit brachten. Im Hintergrund waren Sirenen von Ambulanzen zu hören.

Die Unfallursache war zunächst noch unklar. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Der Inhaber des Unglücksfahrzeugs sagte den Ermittlungsbehörden seine uneingeschränkte Kooperation zu. "Es ist unser Wille und unser Bestreben, dass alle Fakten, Gründe und Verantwortlichkeiten des Unfalls ermittelt werden", zitierte die Nachrichtenagentur Lusa am Donnerstag aus einer Mitteilung des Verkehrsunternehmens SAM.

Laut Medienberichten könnte ein mechanisches Problem der Grund gewesen sein - entweder ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal. Der Vizepräsident der Regionalregierung, Pedro Calado, nannte jegliche Mutmaßungen zu der Unglücksursache "verfrüht".

Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa wollte zunächst noch am Abend nach Madeira reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Jedoch würden die Militärflugzeuge möglicherweise gebraucht, um Verletzte auf das Festland zu bringen, hieß es. Sousa habe die Reise deshalb zunächst wieder abgesagt, wie Medien berichteten. "Dies ist ein Moment des Schmerzes, aber auch der Solidarität", sagte der Präsident dem Nachrichtensender SIC Noticias.

Wegen des milden Klimas ist die Atlantikinsel das ganze Jahr über bei Urlaubern beliebt. Auch immer mehr Deutsche reisen auf die "Blumeninsel".

(aj/dpa)

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