Donald Trump und Greta Thunberg sind am WEF aufeinander getroffen.
Donald Trump und Greta Thunberg sind am WEF aufeinander getroffen.
Bild: iStockphoto/getty/watson

Donald Trump: "Greta Thunberg hat mich ausgestochen"

22.01.2020, 16:37

Der US-Präsident Donald Trump hat am Weltwirtschaftsforum in Davos (WEF) am Mittwoch das gemacht, was er mit am besten kann: ausgeteilt.

  • Über Greta Thunberg sagte Trump: "Sie hat mich auf dem 'Time'-Magazin ausgestochen." Das "Time"-Magazin hatte Greta zur "Person des Jahres" 2019 gekürt und aufs Titelbild gehoben.
  • Trump gab der Klimaaktivistin den Rat, sich andere Länder anstelle der Vereinigten Staaten vorzunehmen. Die USA seien "sauber und schön". Aber es gebe einen anderen Kontinent, "wo Rauch aufsteigt", sagte Trump, ohne Asien, China oder Indien namentlich zu nennen. "Greta sollte anfangen, sich um diese Länder zu kümmern."
  • Manche Aspekte der Klimadebatte seien seiner Meinung nach ein "Schwindel", sagte der US-Präsident, ohne Beispiele zu nennen.
  • An Brüssel gerichtet sagte Trump: Die EU müsse sich mit einem Handelsdeal beeilen. "Sie sind ehrlich gesagt ein schwierigerer Geschäftspartner als China", beklagte er sich.
  • Wenn sich die EU nicht rasch mit der US-Regierung auf ein neues Handelsabkommen einigen sollte, drohten neue Strafzölle auf den Import von Autos und anderen Waren, sagte Trump.

Die Antwort von von der Leyen folgte...

Am Rande des WEF sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über den Handelsstreit mit den USA: Sie erwarte schon in wenigen Wochen eine Einigung. Ein Treffen mit Trump sei sehr gut verlaufen.

Seit Monaten droht Trump damit, Strafzölle auf Einfuhren europäischer Autos zu verhängen. Die deutsche Wirtschaft wäre davon besonders betroffen.

Brüssel drängt in diesem Zusammenhang auf ein Industrieabkommen mit den USA. Die Breitschaft für tatsächliche Verhandlungen in diese Richtung war Diplomaten zufolge in Washington bislang jedoch gering.

In ihrer Rede am Mittwochmorgen verpasste von der Leyen dem Klimaskeptiker Trump eine sanfte Ohrfeige: Der Klimawandel sei eine globale Aufgabe. "Viele von uns, nicht alle von uns, stimmen überein, dass wir etwas tun müssen."

In einer Rede hatte Trump Klimaschützer am Dienstag als "ewige Propheten des Untergangs" und "Erben der dummen Wahrsager von gestern" bezeichnet.

Und Greta?

Der 17-jährige Klimaktivistin traf sich am Mittwoch mit Prinz Charles. Der britische Thronfolger hatte in seiner Rede am Mittwoch wiederum klar gemacht, dass es an der Zeit sei, beim Klimaschutz zu handeln.

(ll/mit dpa/afp)

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