Syrische Flüchtlingskinder sind in der türkischen Grenzstadt Edirne am Fluss „Tunca Nehri“ in der Nähe des Grenzübergangs Pazarkule-Kastanies. Griechische Sicherheitsbehörden rechneten nach Berichten des Staatsrundfunks auch am Donnerstag mit einem erneuten Andrang von Menschen, die aus der Türkei nach Griechenland und damit in die EU kommen wollen.

Allein zwischen 2018 und 2020 sind laut einem Bericht über 18.000 geflüchtete Kinder in Europa verschwunden. Bild: dpa / Mohssen Assanimoghaddam

Über 18.000 unbegleitete Flüchtlingskinder in Europa verschwunden

In Europa sind zwischen 2018 und 2020 18.292 unbegleitete Flüchtlingskinder und Jugendliche als verschwunden gemeldet worden, nachdem sie in staatlicher Obhut waren. Das berichtete der Sender RBB unter Berufung auf eine gemeinsame Datenanalyse unter anderem mit dem "Guardian" und dem niederländische Rundfunk VPRO. Die meisten der verschwundenen Minderjährigen stammen demnach aus Marokko, Algerien und Eritrea.

Dem Bericht zufolge wurden in Deutschland nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) zwischen 2018 und 2020 7806 unbegleitete Minderjährige als vermisst gemeldet. Die meisten stammten aus Afghanistan, Marokko und Algerien. 7082 Minderjährige sind demnach wieder aufgetaucht, 724 werden weiterhin vermisst.

BKA tappt an vielen Stellen im Dunkeln

Das BKA bezeichnete die eigenen Daten als Näherungswerte. Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, kritisierte diese Praxis gegenüber dem RBB: "Dass das Bundeskriminalamt bei den Vermisstenzahlen der unbegleiteten geflüchteten Kinder und Jugendliche an vielen Stellen im Dunkeln tappt, ist aus Kinderschutzgründen ein Skandal."

Die europaweite Analyse des Rechercheverbunds offenbart dem RBB zufolge deutliche Unterschiede der nationalen Statistiken: Frankreich, Dänemark und Rumänien erheben demnach gar keine Daten zu unbegleiteten Flüchtlingskindern, Bulgarien unterscheidet nicht zwischen begleiteten und allein reisenden Minderjährigen.

(jab/dpa)

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