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Oppositionskandidat in Istanbul gewinnt deutlich – seine Unterstützer feiern

23.06.2019, 18:3123.06.2019, 19:55

Bei der Wiederholung der Bürgermeisterwahl in Istanbul liegt nach Medienberichten der Kandidat der Opposition Ekrem Imamoglu vorne. Imamoglu erhielt am Sonntag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu 53,75 Prozent der Stimmen, sein Gegner, der ehemalige Ministerpräsident Binali Yildirim, kam auf 45,43 Prozent.

Dies wird als Rückschlag für Präsident Erdogan gewertet.

Yildirim hat seine Niederlage bei einem Fernsehauftritt bereits eingestanden und gratulierte seinem Gegner. Imamoglu selbst sagte in der Istanbuler CHP-Zentrale vor Journalisten: "Das ist kein Sieg, sondern ein Neuanfang." Er bedankte sich bei allen Unterstützern, forderte sie jedoch dazu auf, die Wahlurnen nicht zu verlassen. Der Abstand zwischen beiden Kandidaten betrug laut Anadolu mehr als 740 000 Stimmen.

Imamoglus Unterstützer feierten ihren Kandidaten mit spontanen Jubelrufen. In einem Flugzeug von Istanbul nach Bodrum klatschten die Menschen kurz vor Abflug, als sie vom Sieg Imamoglus erfuhren. Sie riefen den Wahlkampfslogan Imamoglus: "Alles wird sehr gut."

Wahl verlief geordnet

Die mit Spannung erwartete Neuwahl ist weitgehend geordnet verlaufen. Das bestätigten Beobachter an den Urnen, unter ihnen die Grünen-Abgeordnete Margit Stumpp.

Der Bürgermeisterposten ist der wichtigste im Land. In der Metropole Istanbul leben mit rund 16 Millionen Menschen fast 20 Prozent aller Türken. Die Bedeutung der Wahl ging weit über das Lokale hinaus und wurde international intensiv verfolgt. Für viele galt sie als Test für den Zustand der Demokratie im Land. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben von Anadolu bei 84,4 Prozent und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie bei der ersten Wahl Ende März. Wahlberechtigt waren rund 10,5 Millionen Menschen.

Imamoglu hatte die erste Bürgermeisterwahl am 31. März überraschend und knapp gewonnen. Die Hohe Wahlkommission annullierte das letzte Ergebnis allerdings Anfang Mai wegen angeblicher Regelwidrigkeiten - und gab damit einem Antrag der Regierungspartei AKP statt.

(gw/dpa)

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