Der Pilz wächst und wächst.
Der Pilz wächst und wächst. Bild: F-G Grandin MNHN

Tiere: Zoo zeigt schleimigen Klumpen, der 720 Geschlechter besitzt

17.10.2019, 19:18

Ist es ein Tier, ist es ein Wirbeltier? Nein, es ist ein 'Blob'! Äh, wie bitte? Was soll das denn sein?

Schwierige Frage. Was da oben auf dem Bild abgebildet ist – die meisten nennen es "Blob" (zu dt.: Klecks) – ist jedenfalls keine Pflanze, eher sieht es aus wie ein Pilz. Aber ein Pilz ist es eben auch nicht. Immerhin wissen wir, wo dieses seltsame Geschöpf herkommt: Es lebt im Parc Zoologique von Paris.

What the hell is that?

"Der Blob ist schwer einzuordnen", sagt dessen Direktor, Bruno David. Denn, jetzt kommt's:

  • Er hat keine Augen, keinen Mund und keinen Magen
  • Er kann trotzdem Nahrung aufnehmen und verdauen
  • Er hat kein Gehirn und kann trotzdem lernen
  • Und: er hat 720 Geschlechter
Der Pilz kann auch auf einem Baum wachsen.
Der Pilz kann auch auf einem Baum wachsen.Bild: F-G Grandin MNHN

Doch das ist nicht mal das Erstaunlichste an diesem Einzeller.

Er heilt sich selbst – innerhalb von 2 Minuten

Schneidet man ihn in zwei Hälften, ist er nach zwei Minuten wieder geheilt, wie der Zoo in seinen Insta-Stories zeigt. Und:

Führt man zwei Kleckse zusammen, überträgt einer sein Wissen auf den anderen

Er vermehrt sich übrigens über Sporen, die sind auch für die Vielzahl an Geschlechtern verantwortlich.

Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was ist das für eine Kreatur? "Der Organismus verhält sich sehr ungewöhnlich für etwas, das wie ein Pilz aussieht", so der Direktor gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Am 19. Oktober soll der Blob der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Lukas Schärer, Umweltwissenschafter der Universität Basel, hat versucht das 'Tierchen' schon vorher einzuordnen. Der Einzeller sei den Eukaryoten zuzuordnen, genauer den Amoebozoa. Und die seien "wahrscheinlich seit mehr als hundert Jahren bekannt", sagte er der NZZ.

Und Fan Fact: Der Blob ist nach einem Science-Fiction-Horror-Film von 1958 benannt. Dort frisst eine außerirdische Lebensform, eben der Blob, alles auf, was ihm in die Quere kommt.

(rtr/lin)

Polen und seine Menschen:
Zone der Schande – über Waldengel, Geflüchtete in Not und die Grenzpolizei
Unsere Autorin verbrachte fünf Tage in Polen, sprach mit vielen Menschen, versorgte Geflüchtete im Wald an der Grenze zu Belarus. Sie hörte schreiende Babys aus Lautsprechern bei einer Frauenhasser-Demonstration und lauschte den Gesängen in einer katholischen Messe. Sie wollte erfahren, wer "diese Polen" sind – und fand mehr Antworten, als sie erwartet hatte. Ihre Erfahrungen hat sie in einer Reportage in vier Kapiteln aufgeschrieben.

Im zweiten Kapitel der Multimedia-Reportage geht es um die Migrationskrise in den Wäldern an der Grenze zu Belarus. Was haben die Geflüchteten erlebt? Wie reagieren Aktivistinnen und Aktivisten auf die polnische Politik?

"Lass das", hatte meine Mutter damals gesagt. "Das schafft du nicht, das hältst du nicht aus. Das ist zu viel für dich."

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