Trump selber fehlten nach dem Tod des US-Senators John McCain bislang die richtigen Worte.
Trump selber fehlten nach dem Tod des US-Senators John McCain bislang die richtigen Worte.
Bild: Evan Vucci/AP

Trump würdigt McCain doch noch – aber schickt Vertretung zur Gedenkfeier

28.08.2018, 06:5528.08.2018, 07:00

Nun bemüht sich Donald Trump also doch darum, Rückgrat zu beweisen: Nach massivem öffentlichen Druck hat der US-Präsident den verstorbenen Senator John McCain und dessen Dienste doch noch in einer offiziellen Mitteilung gewürdigt.

  • Trump ordnete am Montagnachmittag (Ortszeit) zudem an, die US-Flaggen an Regierungsgebäuden bis zur Beerdigung seines parteiinternen Rivalen an diesem Sonntag auf halbmast zu setzen.
  • Trotz politischer Differenzen "respektiere ich Senator McCains Dienst an unserem Land", hieß es in einer vom Weißen Haus versandten Mitteilung Trumps.
Der verstorbene US-Senator John McCain.
Der verstorbene US-Senator John McCain.
Bild: Gerald Herbert/AP

Zur Trauerfeier kommt Trump aber trotzdem nicht

Der US-Präsident teilte weiter mit, er habe Stabschef John Kelly, Außenminister James Mattis und Sicherheitsberater John Bolton gebeten, seine Regierung bei den Gedenkfeierlichkeiten für McCain zu vertreten.

Trump hatte der Familie per Twitter sein Beileid ausgesprochen, in dem knappen Tweet aber McCains Leben und Wirken nicht gewürdigt. Unter anderem die Veteranenvereinigung American Legion forderte Trump daraufhin in scharfen Worten zur Honorierung der Verdienste McCains auf und nannte diesen einen "amerikanischen Helden".

Die "Washington Post" hatte am Montag unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus berichtet, Trump habe eine offizielle Würdigung der Verdienste McCains im Militär und im Senat abgelehnt. In einem später nicht veröffentlichten Entwurf für eine Würdigung sei der Vietnam-Kriegsveteran als "Held" bezeichnet worden.

Die US-Flagge am Weißen Haus war am Samstagabend nach dem Tod des Senators auf halbmast gesetzt worden, am Montag aber wieder voll gehisst worden. Nach der Verfügung Trumps wurde sie dann ein weiteres Mal auf halbmast gesetzt.

Die "New York Times" schrieb, McCain habe vor seinem Tod mitgeteilt, er wünsche nicht, dass Trump auf seiner Beerdigung anwesend sein werde. Der Republikaner McCain war am Samstag im Alter von 81 Jahren auf seiner Ranch in Arizona an einem Gehirntumor gestorben.

Das schwierige Verhältnis von Trump und McCain:
Das Verhältnis zwischen Trump und McCain war von gegenseitiger Abneigung geprägt. Während der Tod des Politikers am Wochenende in den USA und auch im Ausland Bestürzung und Trauer auslöste, schrieb Trump in knappen Worten auf Twitter: "Mein tiefstes Mitgefühl und Respekt gehen an die Familie von Senator John McCain. Unsere Herzen und Gebete sind bei Euch!"

First Lady Melania Trump hatte McCain dagegen ausdrücklich für dessen Dienst an der Nation gedankt. Auch Vizepräsident Mike Pence hatte McCains lebenslangen Dienst im Militär und in der Politik gewürdigt. "Gott segne John McCain", schrieb er. Trumps Sprecherin Sarah Sanders hatte McCain "einen großen Amerikaner" genannt.

Nur Trump selber fehlten bislang die richtigen Worte.

(pb/dpa)

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