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"Alles was er anfasst, wird zu Gold" – Weißes Haus kontert Steuervorwürfe gegen Trump

04.10.2018, 05:2904.10.2018, 06:03

Die New Yorker Steuerbehörden haben Untersuchungen gegen US-Präsident Donald Trump eingeleitet, nachdem die "New York Times" über Steuertricks und Steuerhinterziehungen berichtete.  

  • Demnach sollen Trump und seine Familie ihr Immobilienimperium zum Teil durch Steuerbetrug in Höhe von Hunderten Millionen Dollar aufgebaut haben.
  • Der Bericht erschüttert auch den von Trump gepflegten Mythos eines Selfmade-Milliardärs, der alles aus eigener Kraft geschafft hat.
  • Das Weiße Haus wies den Bericht nun zurück.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Mittwoch in Washington:

"Es ist ein absolut falscher Angriff, basierend auf einer alten, recycelten Geschichte", sagte 
SARAH SANDERS

"Es gab keinen Betrug und keine Steuervermeidung," so Sanders weiter. Das einzig Wahre an der Geschichte sei, dass Trumps Vater seinem Sohn sehr vertraute, sagte Sanders. Trump habe viele gemeinsame Geschäfte in die Wege geleitet. Laut Sanders hat Trumps Vater über seinen Sohn gesagt: "Alles was er anfasst, wird zu Gold".

Die "New York Times" versuche einen "alten, langweiligen und oft erzählten Treffer zu landen. Zusammengefasst bedeutet das, dass 97 Prozent ihrer Geschichten über mich schlecht sind," schrieb der US-Präsident.

"Die Steuerabteilung überprüft die Behauptungen im Artikel der "New York Times" und verfolgt entschlossen alle geeigneten Wege der Untersuchung", sagte James Gazzale, Sprecher des Steuer- und Finanzministeriums, laut dem Finanzdienst Bloomberg

Laut "New York Times" haben Donald Trump und seine Geschwister etwa eine Scheinfirma gegründet, um Schenkungen ihrer Eltern zu verschleiern:

Insgesamt hätten die Eltern ein Vermögen von weit über einer Milliarde Dollar auf ihre Kinder übertragen, das beim damals gültigen Steuersatz von 55 Prozent auf Geschenke und Erbschaften mindestens 550 Millionen Dollar an Steuern gekostet hätte. Durch Steuertricks und Steuerhinterziehungen hätten die Trumps jedoch nur 52,2 Millionen Dollar gezahlt, also etwa fünf Prozent, so der Bericht. Trump habe etwa geholfen, Immobilien seiner Eltern geringer zu bewerten. Die Familie habe riesige Summen am Fiskus vorbeigeschleust – durch Steuertricks, aber womöglich auch illegale Steuerhinterziehung. Auch mit Blick auf den von Trump gepflegten Selfmademan-Mythos spricht die "New York Times" in einem Kommentar von Täuschung: Die Geschichte von harter Arbeit und Ehrgeiz sei "eine Version der Realität, die so aufwendig verschönert wurde, dass sie eher als Fan-Fiktion, denn als Biografie" gelte. Trump weigert sich bisher, seine Steuererklärung offen zu legen – anders als es US-Präsidenten seit Jahrzehnten traditionell machen.

Die Recherchen der Zeitung basieren nach eigenen Angaben auf Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern des inzwischen toten Vaters, Fred Trump. Dieser war erfolgreicher Immobilienunternehmer. Andere Quellen sind zahlreiche Steuererklärungen und Finanzpapiere aus dem Umfeld der Familie. Der Präsident habe Anfragen der Zeitung, sich zu dem Artikel zu äußern, über mehrere Wochen abgelehnt, heißt es.

Fred Trump soll seinem Sohn häufig mit Finanzspritzen unter die Arme gegriffen haben.
Fred Trump soll seinem Sohn häufig mit Finanzspritzen unter die Arme gegriffen haben.
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Donald Trumps Anwalt Charles Harder wies die Anschuldigung zurück. "Die Vorwürfe wegen Betrugs und Steuerhinterziehung der 'New York Times' sind zu 100 Prozent falsch und in höchstem Maße verleumderisch", schrieb Harder auf eine Anfrage der Zeitung. "Präsident Trump hatte praktisch keine Verbindung zu diesen Angelegenheiten." Trump habe diese Aufgabe an Verwandte und Steuerfachleute delegiert.

Zuvor hatte das Weiße Haus bereits die Glaubwürdigkeit des Blattes infrage gestellt. Sanders erklärte, die US-Steuerbehörde habe die Transaktionen bereits vor Jahrzehnten abgesegnet. "Die Glaubwürdigkeit der "New York Times" und anderer Medien in der US-Bevölkerung befindet sich auf einem historischen Tief, weil sie beständig damit beschäftigt sind, den Präsidenten und seine Familie anzugreifen, statt über das Weltgeschehen zu berichten." Eine Entschuldigung sei wohl angemessen.

(aj/dr/dpa)

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