Bild: reuters

US-Justizminister: Tod von US-Millionär Epstein im Gefängnis "wirft ernste Fragen auf"

11.08.2019, 10:14

Der überraschende Tod Jeffrey Epsteins in seiner Gefängniszelle wirft viele Fragen auf. Ermittler sollen nun herausfinden, wie es zu dem "offenkundigen Suizid" des schillernden Geschäftsmanns kommen konnte. Epstein war am Samstag tot in seiner Zelle aufgefunden worden.

  • Das FBI hat Ermittlungen aufgenommen. Neben den Untersuchungen der Bundespolizei leitete Justizminister William Barr auch interne Ermittlungen im Ministerium in die Wege.
  • "Herr Epsteins Tod wirft ernste Fragen auf, die beantwortet werden müssen", sagte Barr am Samstag.
  • Bei den Ermittlungen wird es vor allem um die Frage gehen: Stand der wegen Missbrauch angeklagte Epstein unter besonderer Beobachtung? Und wenn nicht: Warum?
  • Laut US-Medienberichten gab es bereits im Juli einen Suizidversuch Epsteins. Die "New York Times" berichtet, dass Epstein seitdem unter besonderer Beobachtung gestanden habe. Diese sei vor Samstag aber wieder aufgehoben worden.

Darum geht es im Fall Epstein:

Die Staatsanwaltschaft in New York warf dem 66-Jährigen vor, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift. Einige Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen und mit großen Summen Bargeld angelockt und dazu verleitet worden, weitere Mädchen heranzuschaffen. Die Ermittler berichteten, sie hätten bei Durchsuchungen in Epsteins Anwesen in Manhattan Hunderte Nacktbilder gefunden.

Epstein wies die Vorwürfe zurück und plädierte auf nicht schuldig. Der Termin für den Prozessbeginn wurde vorläufig auf den 8. Juni 2020 festgelegt. US-Medien spekulieren, dass ein Prozess weitere Prominente schwer belastet hätte. Epstein zeigte sich gerne öffentlich mit Stars und hatte unter anderem – zumindest zeitweise – Kontakte zum heutigen Präsidenten Donald Trump, Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew aus Großbritannien.

(ll/dpa)

Ein junger Russe verließ fluchtartig seine Heimat: "Ich will nie mehr zurück"
Der 30-jährige Russe Sergey Nechaev (*) flüchtete diese Woche Hals über Kopf aus Russland. Aus Angst, in den Krieg ziehen zu müssen.

Sergey, wo bist du gerade?
Sergey Nechaev:
Ich sitze in einem Hostel in Berlin.

Zur Story