Im vergangenen Jahr führte der Protest von Rechtsextremen in Charlottesville (Virginia) zu tagelangen Ausschreitungen.
Im vergangenen Jahr führte der Protest von Rechtsextremen in Charlottesville (Virginia) zu tagelangen Ausschreitungen.Bild: STEPHANIE KEITH/reuters (archivfoto)

Krawall vorprogrammiert: Rechtsextremisten protestieren am Jahrestag von Charlottesville

12.08.2018, 08:42

Die Lage ist angespannt, und die Polizei alarmiert: Am Jahrestag der tödlichen Proteste in Charlottesville wollen amerikanische Rechtsextremisten am Sonntag vor dem Weißen Haus in Washington demonstrieren.

  • Aus der Genehmigung der Behörden geht hervor, dass die Veranstalter von "Vereint die Rechte 2" mit bis zu 400 Teilnehmern rechnen.
  • Gegendemonstranten haben zur "Massenmobilisierung" gegen die Rechtsextremisten aufgerufen.
Was ist in Charlottesville passiert?
Im Zuge der Demonstration "Vereint die Rechte" in Charlottesville war es am 12. August 2017 zu schweren Ausschreitungen gekommen. Ein Rechtsextremist steuerte ein Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten. Die 32-jährige Heather Heyer starb, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Die Nachfolgeveranstaltung "Vereint die Rechte 2" zum Jahrestag war in Charlottesville verboten worden.

Und was sagt Trump?

Vor der Demonstration zum Jahrestag verurteilte US-Präsident Donald Trump "alle Formen von Rassismus und Gewalttaten". 

Nach den tödlichen Protesten in Charlottesville hatte Trump beide Seiten gleichermaßen für die Gewalt verantwortlich gemacht und damit Empörung ausgelöst. Kritiker warfen ihm vor, sich nicht von rechtsextremer Gewalt zu distanzieren. Trump ist derzeit nicht im Weißen Haus, sondern macht Urlaub in einem seiner Golfresorts.

Am Sonntag ist ab 17.00 Uhr (Ortszeit/23.00 Uhr MESZ) ein rechter Marsch zum Lafayette-Platz vor dem Weißen Haus geplant. Dort ist dann ab 17.30 Uhr eine zweistündige Demonstration angemeldet und genehmigt. Auf der Rednerliste stehen unter anderem der Antisemit Patrick Little und David Duke, der einst ein führendes Mitglied des rassistischen Ku Klux Klan war.

Vor dem Jahrestag hatten die Stadt Charlottesville und der Bundesstaat Virginia aus Sorge vor neuen Zwischenfällen den Notstand ausgerufen: Im Stadtzentrum wurde eine abgeriegelte Sicherheitszone eingerichtet, in der Gegenstände, die als Waffen eingesetzt werden könnten, verboten sind. Auch das Tragen von Masken ist untersagt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Sicherheitskräfte patrouillierten.

(pb/dpa)

Wir sind Butscha
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock reist nach Kiew und lässt sich über die Gräueltaten im Vorort Butscha aufklären. Dort sagt sie einen bemerkenswerten Satz: "Die Opfer könnten wir sein." Sie will, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden – und schafft dabei eine Nähe zwischen uns und den Betroffenen, die sie so vielleicht gar nicht geplant hatte.

"Je suis Charlie", "Je suis Paris", "Je suis Orlando". Mit diesen Sätzen schufen wir alle ab dem Jahr 2015 weltweit eine Vertrautheit, eine Nähe zwischen uns und den Opfern schrecklicher Taten. Wir zeigten unsere Solidarität. Waren schockiert von diesen Angriffen. Denn sie waren keine Angriffe auf einzelne Personen oder Organisationen: Es waren Angriffe auf die Demokratie, auf die westliche Welt, auf unsere Moral – auf uns.

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