ARCHIV - 13.08.2021, Brandenburg, Gr
Elon Musk sorgt mit seinen Tweets derzeit für viel Aufsehen.Bild: dpa-Zentralbild/POOL / Patrick Pleul
USA

"Partei des Hasses": Elon Musk wettert gegen US-Demokraten

19.05.2022, 10:5519.05.2022, 12:11

Tech-Milliardär Elon Musk macht derzeit mit allerhand Äußerungen auf Twitter von sich reden. Nun offenbart er immer mehr Ansichten, die ihn mit dem rechten politischen Spektrum in den USA in Einklang bringen. So schrieb er am Mittwoch bei Twitter, die US-Demokraten seien zur "Partei der Spaltung und des Hasses geworden". Deshalb werde er künftig für die Republikaner stimmen.

Trump-Anhänger feiern Musk für seine Republikaner-Bekundungen

Auch wetterte der 50-jährige Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla gegen die Elite-Uni Yale als "Epizentrum des geistigen Woke-Virus, das versucht, die Zivilisation zu zerstören". Über die sogenannte "Woke"-Kultur zu schimpfen, bei der es im Kern um den Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung geht, gehört zum festen Repertoire der Konservativen in den USA.

Musk bekam umgehend Applaus für seine Äußerungen von der rechten Abgeordneten Lauren Boebert – einer Anhängerin von Ex-Präsident Donald Trump und Verfechterin extrem lockerer Waffengesetze, die daneben gegen Corona-Schutzmaßnahmen, Abtreibungen, homosexuelle Ehen und die Umstellung auf erneuerbare Energie einsteht. "Willkommen auf der richtigen Seite, Elon", schrieb sie bei Twitter.

US-Journalistin Molly Jong-Fast "gratuliert" Musk dafür auf Twitter auf ironische Weise. Sie twittert: "Herzlichen Glückwunsch, Elon Musk, zum Sieg über das absolut dümmste Mitglied des Kongresses."

Von den Demokraten ist Musk nicht mehr überzeugt: "Partei des Hasses"

Für seinen Sinneswandel liefert Musk Gründe: Früher habe er für die Demokraten gestimmt, "weil sie (größtenteils) die Partei der Güte" gewesen seien, erklärte er. Nun sei sie die Partei der "Spaltung und des Hasses".

Aus Sicht vieler politischer Beobachter trägt die Rhetorik von Trump, der zur bestimmenden Kraft der Republikanischen Partei wurde, zur Spaltung der US-Gesellschaft bei. Zwischenzeitlich wurde er auf Twitter gebannt, doch Musik kündigte schon an, den Ex-Präsident wieder auf der Plattform willkommen zu heißen.

Die Reaktionen auf Musks Äußerungen sind gemischt. Während zahlreiche Republikaner Musk für seinen Tweet feiern, hagelt es Kritik von anderen. Etwa vom US-amerikanischen politischen Strategen Adam Julian Parkhomenko. Er schreibt: "Elon Musk wurde der reichste Mann der Welt, damit er seine Zeit damit verbringen kann, auf Twitter nach Nazi-Liebe zu dürsten."

Elon Musk als Unterstützer für Trump? Welle der Kritik auf Twitter

Auch warnende Stimmen erheben sich. Etwa von Seiten des Energiewende-Experten Volker Quaschnig. Er kritisiert in Zusammenhang mit den politischen Bekundungen Musks mangelnden Sinn für Klimaschutz: "Donald Trump bekommt prominente Unterstützung. Elon Musk will seine Twitter-Sperre aufheben und künftig auch seine Partei wählen. Klimaschutz ist für Musk offenbar kein wahlentscheidendes Thema, Tesla nur Business und kein Beitrag gegen die Klimakrise", ist er überzeugt.

Experten befürchten, die hohe Reichweite Musks und dessen anscheinende Unterstützung Trumps auf Twitter könne das politische Geschehen in den USA maßgeblich beeinflussen.

Elon Musk erwartet politischen Gegenwind: "werden drastisch eskalieren"

Musk schrieb auf Twitter, dass nach dem Tweet gegen die Demokraten mit einer "Kampagne schmutziger Tricks" gegen ihn zu rechnen se. Er suggerierte, dass diese mit seinen politischen Äußerungen zusammenhängen.

Musk jedenfalls ist überzeugt: "Die politischen Angriffe auf mich werden in den kommenden Monaten dramatisch eskalieren."

(ast/mit Material von dpa)

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