USA: Weißes Haus beleidigt Biografin von Melania Trump
Die Beziehung zwischen Donald Trump und der Presse ist schwierig. Immer wieder zeigt sich die tiefe Feindseligkeit des US-Präsidenten gegenüber unabhängigen Medien. Besonders bei kritischer Berichterstattung über seine eigene Person oder seine Politik versucht er, die Glaubwürdigkeit zu untergraben.
Trump greift immer wieder Journalist:innen bei Pressekonferenzen oder online persönlich an. Ziel seiner verbalen Attacken sind besonders Frauen, und sie richten sich oft gegen ihr Aussehen oder ihre Intelligenz. Nun muss auch Kate Bennett, die einstige Biografin von Melanie Trump, dran glauben.
USA: Stichelei vom Weißen Haus gegen Ex-Journalistin
Bennett hatte sich auf X zu Trumps Beleidigungen gegenüber Reporterinnen gemeldet. "Wissen Sie, alle schreiben ständig darüber, dass Präsident Trump Reporterinnen beleidigt, indem er sie als Schweine, hässlich, dumm usw. bezeichnet. Aber eigentlich liegt es daran, dass es die Frauen sind, die all die schwierigen Fragen stellen. Denken Sie mal darüber nach", schreibt sie.
Das Schnellreaktionsteam des Weißen Hauses reagierte umgehend auf den kritischen Beitrag von Bennett. Beleidigend und mit einer Stichelei – ganz in Trumpscher Manier: "Denken Sie mal darüber nach: Was für ein Miststück müssen Sie sein, um ausgerechnet bei CNN gefeuert worden zu sein", schreibt das Schnellreaktionsteam auf X.
Dabei ist Bennett, die auch die Biografie von Trumps Ehefrau Melania Trump "Free Melania: The Unauthorized Biography" verfasst hat, bei dem amerikanischen Sender gar nicht gekündigt worden.
Im Januar 2023 erklärte sie auf Instagram, ihren Job bei CNN selbst gekündigt zu haben. Eine Entscheidung, die ihr schwer gefallen sei, schrieb sie. Doch es sei Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Seither arbeitet Bennett nicht mehr als Journalistin, sondern in der Kommunikation. Sie ist Vizepräsidentin für Markenstrategie und Außenbeziehungen bei der Regierungsberatungsfirma Invariant.
Trump beleidigt immer wieder Journalistinnen
Die Ausdrucksweise des Schnellreaktionsteams des Weißen Hauses ist vergleichbar mit den verbalen Attacken des US-Präsidenten selbst auf Journalistinnen. Zu der "Bloomberg"-Journalistin Catherine Lucey sagte Trump kürzlich "quiet, piggy", als diese ihn nach seiner Beziehung zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein fragte.
Die Journalistin Katie Rogers von der "New York Times" beleidigte er als "drittklassige Reporterin, die sowohl innerlich als auch äußerlich hässlich ist". Rogers hatte zuvor gemeinsam mit einem Kollegen für die Zeitung analysiert, dass Trump seine öffentlichen Auftritte reduziert und bei diesen auch oft müde gewirkt habe. Die Chefkorrespondentin von CBS News im Weißen Haus, Nancy Cordes, bezeichnete Trump mehrfach als "dumm".
Donald Trumps Nichte Mary Trump, die eine bekennende Kritikerin ihres Onkels ist, erklärte die Beleidigungen kurz nach der "Schweinchen"-Aussage ähnlich wie Kate Bennett. Trump sei ein "lebenslanger eingefleischter Frauenfeind", der es nicht abkönne, wenn Frauen ihm "schwierige Fragen" stellen würden, sagte sie.
