Die EU will die Sommerzeit abschaffen – 5 Fragen und Antworten

31.08.2018, 11:1031.08.2018, 15:09

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will die Uhrumstellung in der EU zwischen Winter- und Sommerzeit kippen. Nachdem die übergroße Mehrheit der Bürger in der Union sich dafür ausgesprochen habe, die Umstellung wieder abzuschaffen, werde das nun auch gemacht, kündigte Juncker am Freitag im ZDF an. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt diesen Vorstoß.

"Ich freue mich, wenn die EU-Kommission dieses Votum ernst nimmt. Wenn man es so gemacht, hat, dann sollte daraus auch etwas folgen."
Angela Merkel am Freitag

Sommerzeit oder Winterzeit – was entfällt damit dann also?

  • Sollte das Hin und Her tatsächlich abgeschafft werden, könnte jedes Land für sich entscheiden, ob es dauerhaft die Standardzeit - also Winterzeit - oder die Sommerzeit einführen möchte. Diese Entscheidung, welche von beiden Zeiten dauerhaft gilt, ist eine nationale Angelegenheit und würde von einer Abschaffung der Zeitumstellung nicht berührt.
  • Gut möglich, dass es noch mehr zeitliche Unterschiede geben würde. Spanien etwa würde wohl kaum die Sommerzeit beibehalten - denn dann würde die Sonne in Madrid im Winter erst gegen 9.30 Uhr aufgehen. In der von Deutschland dominierten Online-Umfrage wollte hingegen eine Mehrheit die dauerhafte Sommerzeit.
  • Schon jetzt gibt es drei Zeitzonen in der EU. In Deutschland und 16 weiteren Staaten herrscht die gleiche Uhrzeit: die Mitteleuropäische Zeit, genannt MEZ. Darunter sind die Niederlande, Belgien, Österreich, Dänemark, Frankreich, Italien, Kroatien, Polen und Spanien. Acht Länder - Bulgarien, Estland, Finnland, Griechenland, Lettland, Litauen, Rumänien und Zypern - sind eine Stunde voraus: dort gilt die Osteuropäische Zeit oder OEZ. Drei Staaten sind eine Stunde zurück, nämlich Irland, Portugal und Großbritannien, wo die Westeuropäische Zeit gilt, die WEZ.

Wie will die EU-Kommission vorgehen?

Er werde in der Kommission für die Abschaffung werben. "Das werden wir heute beschließen", sagte er mit Blick auf die laufende Kommissionsklausur. Es wäre sinnlos, die Menschen erst zu einem Thema zu befragen, und dann, wenn es einem nicht passe, dem nicht zu folgen.

Was würde nach einer Entscheidung auf EU-Ebene passiern? Anschließend dürften die EU-Staaten anschließend alleine entscheiden, ob sie dauerhaft ganzjährig die Sommer- oder die Winterzeit haben wollen. Bis zu einer neuen Regelung könnte also noch einiges an Zeit vergehen.

Wie kam es zu der Entscheidung?

In einer EU-Umfrage zur Sommerzeit hatten sich mehr als 80 Prozent dafür ausgesprochen, die Uhrumstellung abzuschaffen. Vor allem in Deutschland war das Thema Zeitumstellung vielen Menschen wichtig: Von mehr als 4,6 Millionen Rückmeldungen stammten alleine drei Millionen aus Deutschland.

Warum gibt es überhaupt die Zeitumstellung?

Eingeführt wurde die Umstellung zur Sommerzeit nach der Ölkrise in den 70er Jahren in der Hoffnung auf Energieersparnis. In Deutschland gibt es sie in der heutigen Form seit 1980. Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren einheitlich am letzten Sonntag im März eine Stunde vor - und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. Übrigens: Eigentlich sollten wir die Zeitumstellung ja gar nicht Zeitumstellung nennen, sondern Uhrumstellung. Schließlich stellen wir ja nicht die Zeit um, sondern lediglich die Uhrzeit.

Was wird sich im Alltag ändern? 

Im Sommer ändert sich natürlich nichts. Im Winter würde es am Morgen länger dunkel, dafür am Abend länger hell bleiben. Viele Büro-Arbeiter dürften das begrüssen. Personen, die früh beginnen und im Freien arbeiten, müssten mit längerer Dunkelheit rechnen.

Die Auswirkungen auf den Energieverbrauch sind im Vorherein schwierig abzuschätzen und werden sich erst noch zeigen müssen. Auf den Körper hat die Abschaffung der Zeitumstellung aber sicherlich gute Auswirkungen. So bringt diese nämlich jedes Mal den Biorhythmus durcheinander. Dies macht den Körper anfälliger für Infekte und Erkältungen, da das Immunsystem geschwächt ist.

Abgesehen davon ändert sich höchstwahrscheinlich nicht sonderlich viel.

(pb/rtr/watson.ch)

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