Frauen tragen Nahrungsmittelhilfe des UN-Welternährungsprogramms in Syrien.
Frauen tragen Nahrungsmittelhilfe des UN-Welternährungsprogramms in Syrien.Bild: reuters / Aboud Hamam

Welternährungsprogramm bekommt Friedensnobelpreis 2020

09.10.2020, 12:1409.10.2020, 13:31

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen. Wie das Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt gab, wird das WFP für seinen Einsatz gegen den Hunger weltweit und für die Verbesserung der Friedensbedingungen in Konfliktregionen ausgezeichnet. Das WFP sei eine "treibende Kraft" gegen den "Einsatz von Hunger als Waffe" in Kriegs- und Konfliktgebieten.

Mit der Auszeichnung wolle das Nobelkomitee den Blick der Weltöffentlichkeit auf die Millionen von Menschen richten, die Hunger leiden oder von Hunger bedroht sind, sagte die Vorsitzende des Komitees, Berit Reiss-Andersen, bei der Bekanntgabe in Oslo.

Das WFP erklärte in einer ersten Reaktion im Onlinedienst Twitter, die Auszeichnung sei eine "starke Erinnerung" daran, dass Frieden und der Kampf gegen den Hunger "Hand in Hand gehen". Ein Sprecher sagte vor Journalisten in Genf, die Verleihung sei ein "stolzer Moment" für das Welternährungsprogramm.

Das WFP ist nach eigenen Angaben die führende humanitäre Organisation im Kampf gegen den Hunger und half im vergangenen Jahr 97 Millionen Menschen in 88 Ländern. Zwei Drittel der Hilfsprogramme werden demnach in Ländern umgesetzt, die von Konflikten betroffen sind – dort sei die Wahrscheinlichkeit von Unterernährung demnach drei Mal höher als in sicheren Ländern.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises soll im Dezember in Oslo stattfinden, wegen der Corona-Pandemie allerdings in kleinerem Rahmen oder online. Das Preisgeld beträgt zehn Millionen schwedische Kronen (rund 950.000 Euro).

Im vergangenen Jahr war der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed für seinen Friedensschluss mit dem jahrzehntelang verfeindeten Nachbarland Eritrea ausgezeichnet worden. Innenpolitisch steht Abiy mittlerweile aber stark unter Druck. Gegen regierungskritische Proteste ging die Polizei gewaltsam vor.

(om/afp)

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