Deutschland

"Oberschlaue Interviews" – Nahles teilt gegen Seehofer und Spahn aus

07.04.2018, 09:1607.04.2018, 14:51

SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles ist nicht zufrieden über die Zusammenarbeit mit der Union in der Großen Koalition. Die Regierung sei derzeit "eher eine Ansammlung von Sprechern in eigener Sache", sagte Nahles dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Über Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) sagte Nahles:

"Es geht Kollegen wie Herrn Spahn oder Herrn Seehofer viel zu sehr um Eigenprofilierung. So kann es nicht weitergehen."

An Jens Spahn scheint Nahles vor allem zu nerven, dass er in letzter Zeit häufiger mit teils provokanten Statements auf sich aufmerksam macht:

"Bevor der Gesundheitsminister Spahn in oberschlauen Interviews die innenpolitischen Zustände in Deutschland schlechtredet – das Innenressort besetzt übrigens seit 13 Jahren die Union –, sollte er sich um seinen eigentlichen Job kümmern."

Eine umstrittene Aussage von Spahn: Hartz IV bedeute nicht gleich Armut.

Aber auch Seehofer hielt sich nicht zurück mit streitbaren Zitaten. Er hatte etwa gesagt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Dies löste breite Kritik aus.

Nahles fordert außerdem von Angela Merkel (CDU), dass sie eingreift:

"Mitarbeiter, die große Reden schwingen, aber ihre Arbeit nicht erledigen, nerven die Kollegen und bekommen im wahren Leben Ärger mit dem Chef."

Die Kanzlerin solle nun das Regierungsgeschäft zum Laufen bringen. Kommende Woche steht die Kabinettsklausur an. Davon erwartet Nahles "einen klaren Fahrplan" für die nächsten zwölf Monate. Es müsse langsam ein Bild von dieser Regierung entstehen: Sie müsse trotz aller Unterschiede gemeinsam für dieses Land arbeiten.

(sg/afp)

Politik

Alle Storys anzeigen
Vom Waisen zu Wagner: Desertierter Kommandant entschuldigt sich für Kämpfe in der Ukraine
Der nach Norwegen geflüchtete Wagner-Kommandant Andrej Medwedew hat sich einem weiteren Interview für die Kämpfe in der Ukraine entschuldigt. Er wolle nun mithelfen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Andrej Medwedew überquerte am 13. Januar die norwegisch-russische Grenze, nachdem er mit einem gefälschten Presseausweis durch die russische Tundra geflüchtet war – so stellte es der junge Mann auf jeden Fall selbst dar.

Zur Story