AfD-Chef Jörg Meuthen.
AfD-Chef Jörg Meuthen.Bild: Thomas Trutschel/photothek/imago

ZDF-Morgenmagazin lädt AfD-Politiker zu Diskussion über Halle ein – Zuschauer sauer

11.10.2019, 17:43

Der rechtsextreme Anschlag von Halle bewegt Deutschland. Die Redaktion des ZDF-Morgenmagazins entschied sich dazu, mit Jörg Meuthen den Chef der rechtspopulistischen AfD in ihre Live-Sendung am Freitagmorgen einzuladen. Viele Zuschauer waren darüber erbost.

  • Bei dem Anschlag in Halle (Sachsen-Anhalt) hatte ein rechtsextremer 27-Jähriger zwei Menschen erschossen und zwei weitere verletzt. Zuvor war er bei dem Versuch gescheitert, in einer Synagoge ein Massaker anzurichten.
  • Nach der Tat gab der bayerische Innenminister Herrmann (CSU) dem thüringischen AfD-Chef Höcke eine Teilschuld an dem Anschlag. Herrmann nannte Höcke einen "geistigen Brandstifter". Innenminister Seehofer erklärte, er teile die Haltung seines Parteikollegen – ohne jedoch Namen in der AfD zu nennen.

Am Freitagmorgen wollte das ZDF-Morgenmagazin mit dem AfD-Spitzenpolitiker Meuthen also reden – eine Entscheidung, die im Netz einen Shitstorm auslöste. Meuthen hatte sich in der Vergangenheit immer wieder schützend vor den völkisch-nationalistischen Flügel in der AfD gestellt.

Auf Twitter kritisierten zahlreiche Nutzer, dass es nach dem antisemitischen Anschlag von Halle nicht angemessen sei, einem Rechtspopulisten eine Bühne im Fernsehen zu geben.

Ebenfalls in die Sendung wurde der Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung, Felix Klein, eingeladen, der der AfD selbst zuletzt antisemitische Positionen vorgeworfen hatte. (deutschlandfunk.de)

Trotz der Kritik wurde Meuthen im "Moma" interviewt – hier das Interview in voller Länge:

ZDF verteidigt Vorgehen

Nach der Sendung äußerte sich das ZDF-Morgenmagazin schließlich zu der Kritik. Auf Twitter schrieb der Sender:

"Nach dem Anschlag in Halle wurde der AfD von mehreren Seiten "geistige Brandstiftung" vorgeworfen. Es gehört zu unserer journalistischen Aufgabe, den Bundessprecher der AfD damit zu konfrontieren. Damit gaben wir ihm keine Bühne, sondern führten ein kritisches Interview."

(pb)

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