Die 17-jährige Benigna Munsi ist in diesem Jahr das Nürnberger Christkind.
Die 17-jährige Benigna Munsi ist in diesem Jahr das Nürnberger Christkind.Bild: imago/Steinach/picture alliance/Daniel Karmann/dpa/watson

Nürnberg wehrt sich gegen die rassistische Hetze der AfD gegen das Christkind

02.11.2019, 08:4202.11.2019, 10:41

Sie ist Gymnasiastin, singt im Chor und ist eine katholische Ministrantin: Die 17-jährige Benigna Munsi ist in diesem Jahr das Nürnberger Christkind – und für einige in der AfD offenbar nicht deutsch genug.

Der AfD-Kreisverband München-Land hatte am Donnerstag die Deutsche mit indischen Wurzeln in einem Facebook-Post rassistisch beleidigt. "Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen", hieß es. Mittlerweile wurde der Post gelöscht, Politiker aller anderen Parteien haben den Beitrag verurteilt.

  • Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: "Hier begegnet uns die hämische Fratze des Rassismus, den die AfD als ihre Geisteshaltung immer gerne leugnen möchte." Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisierte auf Twitter ein schäbiges Verhalten einzelner AfD-Funktionäre und warnte: "Diese Hetze dürfen wir nicht zulassen."
  • Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich hatte es schon befürchtet. Es ist einfach nur bescheuert. Ich kenne Benigna und ihre Familie schon länger. Benigna, die schon die Heiligen Drei Könige gespielt hat, wird ein wunderbares Christkind."
  • Und die 17-Jährige selbst? Sie sagte der "Bild"-Zeitung vom Samstag über den Post: "Ich lasse es nicht an mich ran."

AfD-Kreisverband verurteilt eigenes Posting

Munsi war von einer Jury einstimmig zum neuen Christkind von Nürnberg für die nächsten zwei Jahre gewählt worden. Sie wird am 29. November den weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnen.

Die Kreisvorsitzende der AfD München-Land, Christina Specht, sagte dem ZDF am Freitag, der Kommentar entspreche nicht den Werten der Partei, er sei von einem Redakteur des Kreisverbands eigenmächtig gepostet worden. Der Redakteur sei inzwischen zurückgetreten.

Auf Twitter und Facebook gab es nach dem AfD-Posting eine Welle der Solidarität mit Benigna Munsi. "Heute-Show"-Autor Thomas Poppe rief dazu auf, nicht den AfD-Beitrag, sondern nur das Foto von Munsi zu teilen. Der Tweet erhielt über 6000 Gefällt-Mir-Angaben.

(ll)

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Die Forderungen nach kostenlosen Periodenprodukten werden immer lauter – schließlich sind Tampons und Binden nicht gerade günstig und dennoch für etwa die Hälfte der Menschheit über Jahrzehnte unverzichtbar. Wenn man monatlich 5 Euro für Menstruationsprodukte ausgibt, bezahlt man über 30 Jahre hinweg insgesamt 1.800 Euro alleine für Tampons und Binden. Dabei sind die Kosten für neue Unterwäsche, Schmerztabletten und Nervennahrung noch gar nicht berücksichtigt. Zieht man diese in die Berechnung mit ein, können nach Angaben der britischen Ausgabe des Portals "Huffington Post" dafür im Laufe eines Lebens bis zu 20.700 Euro an Ausgaben zusammenkommen. Und das gilt für alle gleich, ungeachtet der Zahl, die auf dem Lohnzettel steht.

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