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Eine Vielzahl junger Menschen macht sich Sorgen hinsichtlich ihrer finanziellen Absicherung im Alter, das ergab eine Studie im Auftrag der Generali. (Symbolbild) Bild: Westend61 / Westend61

Analyse

Altersarmut der Millennials? Expertin: "Wenn wir alt gegen jung ausspielen, ist das nicht gut"

Rebecca Sawicki
Rebecca Sawicki

Seit diesem Monat arbeiten Erwerbstätige in die eigene Tasche. Der diesjährige Steuerzahlergedenktag hat sich im Vergleich zum Vorjahr um vier Tage nach hinten auf den 13. Juli verschoben. Dieser Tag wird vom Bund der Steuerzahler berechnet. Einkalkuliert werden neben Steuern auch die Sozialausgaben, die von jedem Euro abgehen. 47,1 Cent bleiben von einem Euro laut dem Bund der Steuerzahler übrig. Der Rest teile sich auf in Steuern - 21,2 Cent pro Euro - und Sozialabgaben - 31,7 Cent pro Euro. Ein Teil der Sozialabgaben sind auch die Einzahlungen in die Rentenkasse.

Das Thema Rente sorgt immer wieder für Furore. Nicht nur jene Menschen, die aktuell Rente beziehen, machen sich darüber Gedanken, sondern auch und gerade die junge Generation. Diese sorgt sich, laut einer Studie, die im Auftrag von Generali Deutschland Anfang dieses Jahres durchgeführt wurde, hinsichtlich ihrer finanziellen Absicherung im Alter. Die Coronakrise habe außerdem dafür gesorgt, dass diese Angst sich vergrößerte.

"Über die Hälfte der jungen Menschen fordern daher von der Politik konkrete Lösungen über die gesetzliche Rente hinaus und mehr als ein Drittel fordert bessere Informationen", heißt es in der Studie. 27 Prozent der über tausend Befragten seien außerdem bereit auszuwandern, sollte keine zufriedenstellende Lösung für das Problem Altersarmut gefunden werden.

"Die Millennials sind sich absolut darüber bewusst, dass ihre Generation die nächsten Jahrzehnte die Rente schultern muss."

Auszug aus der Auswertung der Studie,
die Generali durchführen ließ

Die Millennials seien sich bewusst darüber, dass sie in den kommenden Jahrzehnten die Rente der sogenannten Boomer-Generation schultern müssten. Mehr als 70 Prozent von ihnen teilten die Annahme, dass die politischen Parteien ihnen hinsichtlich dessen zu wenig Beachtung schenkten.

Das Renteneintrittsalter wird in den kommenden Jahren auf 67 Jahre steigen. Der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums hatte jüngst vorgeschlagen, die Rente weiter anzuheben. Auf ein Eintrittsalter von 68 Jahren ab 2042. Diesen Vorschlag hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier allerdings gleich wieder kassiert. Laut der von Generali in Auftrag gegebenen Studie seien aber rund die Hälfte der jungen Menschen tatsächlich bereit, für eine verlässliche Rente länger zu arbeiten.

"65 Prozent der jungen Menschen machen sich Sorgen, als Rentner selbst arm zu sein."

Auszug aus der Auswertung der Studie,
die Generali durchführen ließ

Expertin hält Rentensystem für stabil

Die Sorge, dass es die Rente nicht mehr gebe, sobald die Milliennials aus dem Erwerbsleben ausscheiden, ist nach Ansicht von Anke Voss, der Vorsitzenden des Bundesverbands der Rentenberater, unbegründet. "Unser System ist grundsätzlich sehr gut", erklärt sie gegenüber watson. Es sei stabil und konkurrenzfähig. Durch das ständige Heraufbeschwören eines baldigen Kollaps werde, ihrer Ansicht nach, unnötig Panik verbreitet.

Rentenberater gehören nicht der gesetzlichen Rentenversicherung an. Sie sind unabhängig und können Menschen mit besonderer Sachkunde in den Bereichen des Sozialrechts beraten. Sie dürfen sogar vor Gericht ziehen. Sie beraten unter anderem im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung.

"Es muss natürlich nachgesteuert werden", räumt Voss ein. Kein System sei starr gut. "Die Rentenversicherung ist ein großer Tanker", erklärt Voss. Da ginge eine Umstellung nicht von jetzt auf gleich. Darin sieht sie auch den Grund, weshalb Politiker so oft von Rentenreformen sprechen aber sich am Ende kaum was ändert: "Es wird nur auf die Legislaturperiode geachtet."

"Wenn wir alt gegen jung ausspielen, ist das nicht gut"

Anke Voss,
Vorsitzende des Bundesverbands der Rentenberater

Voss ist davon überzeugt, dass das Rentensystem überleben wird. Gleichzeitig müsse aber überlegt werden, wie es ausgestaltet werden kann und sollte. Voss ist der Meinung, es bräuchte eine generelle Rentenversicherung für alle. Also auch für Selbstständige und Beamte. Außerdem fehle eine gute Werbestrategie des Staates.

"Wenn wir alt gegen jung ausspielen, ist das nicht gut", sagt die Rentenberaterin. Vielmehr müssten die jungen Leute mit ins Boot geholt werden: "Mit der Rente beschäftigen sich alle nur, wenn sie krank oder alt sind" Dabei müsste das Sozialversicherungssystem eigentlich ein Schulfach sein, findet Voss. Denn klar sei auch: "Die gesetzliche Rente ist kein Alleingang." Sie müsse erweitert werden mit den betrieblichen oder privaten Altersvorsorgen.

"Es ist eine Investition auf das Leben."

Anke Voss,
Vorsitzende des Bundesverbands der Rentnerberater

Was ebenfalls kaum jemand wüsste: Es gibt die Möglichkeit freiwillige Beitrage während des Schuljahres zwischen des 16. und 17. Lebensjahres einzuzahlen und sich so Rentenmonate zu kaufen. Das sei zwar kein Joker, weil man nie wisse, ob man die Monate am Ende brauchen wird oder ob sich die Rente dadurch erhöhe. Aber: "Es ist eine Investition auf das Leben", sagt Voss.

Ab wann man für das Alter vorsorgen sollte

Vom Taschengeld abgespart werden müsste diese Aufstockung nicht. Laut einer Mitteilung des Rentenberaterverbands könnte die Einzahlung bis zum 45. Geburtstag erfolgen. "Solche Beitragszeiten kann man sehr gut gebrauchen, wenn man zum Beispiel später vorzeitig in Rente gehen möchte", teilt der Verband mit. Die Rente könne sich im Einzelfall ebenfalls erhöhen. So könnten junge Menschen unabhängig politischer Entscheidungen vorsorgen.

"Die Kosten sind überschaubar: Bei einem Mindestbeitrag von monatlich 83,70 Euro ließe sich für rund 1.000,00 Euro ein komplettes Beitragsjahr sichern", heißt es in der Mitteilung. Wer erst nach seinem 25. Geburtstag seinen höchsten Abschluss erreicht hat, könne außerdem die entsprechenden Jahre nachzahlen. Nur acht Jahre würden nach dem 17. Lebensjahr nämlich automatisch berücksichtigt.

Wichtig könnten diese Zusatzjahre werden, wenn es darum ginge, vorzeitig in Rente zu gehen. Laut Bundesverband der Rentenberater bräuchte es mindestens 35 Beitragsjahre oder vergleichbare Zeiten, um mit Abschlägen früher aus dem Erwerbsleben auszutreten.

Jung gegen Alt auszuspielen und so einen Generationenkonflikt zu konstruieren, das helfe auch nach Ansicht der Soziologin Silke van Dyk von der Universität Jena nicht weiter. In einem Beitrag von SWR2-Wissen schlug auch sie vor, sich darauf zu konzentrieren, Ruhestandprivilegien von Beamten zurückzufahren und so das System der gesetzlichen Rente für alle gerechter zu machen.

Diesen Ansatz verfolgen die SPD, die Grünen und die Linken in ihren Wahlprogrammen. So wollen sie das Rentensystem solidarisch gestalten. Die AfD geht in ihrem Rentenkonzept nicht auf die Generationengerechtigkeit , sondern ausschließlich auf die Leistungen der Alten ein. Die FDP will Generationengerechtigkeit herstellen, indem der sogenannte Nachholfaktor jetzt sofort wieder eingeführt wird.

Der Nachholfaktor

Der Nachholfaktor sorgt dafür, dass die Renten nicht sinken, wenn die Löhne es tun. Dafür steigen sie in den folgenden Jahren aber auch nicht – zumindest so lange, bis die Differenz ausgeglichen ist. Seit der Einführung der Haltelinien zur Sicherung des Rentenniveaus im Jahr 2018, die bis 2025 gelten sollen, ist der Nachholfaktor für eben diesen Zeitraum ausgesetzt worden. Wie das Nachrichtenportal t-online.de berichtete, sorgten diese Haltelinien dafür, "dass das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fällt und der Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigt."

Die Union spricht sich für einen erneuerten Generationenvertrag aus, der in eine "kapitalgedeckte Altersvorsorge" überführt werden soll. Das aktuelle gesetzliche Rentensystem ist Umlagefinanziert, das bedeutet, eingezahlte Beiträge werden direkt an die Leistungsberechtigten ausgezahlt. Bei einer kapitalgedeckten Altersvorsorge würden hingegen Sparanteile aus den Beiträgen der Versicherten am Kapitalmarkt angelegt. So soll ein Deckungskapital gebildet werden, dass die zu zahlenden Leistungen abdeckt. So erklärt es das Versicherungsinfoportal versicherox.de.

Was die Parteien ansonsten für die Rente planen, haben wir euch weiter unten zusammengefasst.

Das Konzept der Union

Die Union spricht sich in ihrem Programm dafür aus, dass die Rente ein Leben in Würde ermöglichen müsse. Mit der Grundrente würden deshalb kleinere Renten aufgestockt. Wichtig sei außerdem, dass die Rente nachhaltig, sicher und solide finanziert sein müsse. "Die beste Rentenpolitik ist eine gute Wirtschaftspolitik", heißt es im Wahlprogramm.

Den Generationenvertrag möchte die Union in eine neue Form der "kapitalgedeckten Altersvorsorge" überführen. Es werde geprüft, ob die Generationenrente mit einem monatlichen Beitrag des Staates zur Anlage in einem Pensionsfonds ausgestaltet werden könne. Konkreter wird das Wahlprogramm an diesem Punkt nicht.

Generell solle das Rentensystem der Union dreigliedrig sein: die gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Vorsorgen und private Vorsorgen. Ein Alterssicherungsbeirat solle alle drei Säulen im Blick behalten und so konkrete Handlungsempfehlungen abgeben. Bis zum Jahr 2030 wird das Renteneintrittsalter auf 67 Jahren ansteigen – begründet ist dieser Anstieg mit der erhöhten Lebenserwartung. Damit die Menschen auch tatsächlich so lange arbeiten können, will die Union durch medizinische Versorgung und Reha-Angebote dafür sorgen, dass sie gesund bleiben.

Die Union hat sich außerdem auf die Fahnen geschrieben, auch die Selbstständigen abzusichern. Zumindest dann, wenn diese keine andere Altersabsicherung hätten. Sie sollen sich also freiwillig an der gesetzlichen Rente beteiligen können. Die betriebliche Vorsorge soll gestärkt, die private grundsätzlich erneuert werden.

Statt der Riester-Rente, die heute ein staatlich gefördertes, freiwilliges privates Vorsorgemodell ist, strebt die Union an, eine obligatorische private Altersvorsorge für Arbeitnehmer zu etablieren. Ist diese nicht gewünscht, muss aktiv widersprochen werden.

Das Konzept der SPD

Um eine verlässliche Absicherung im Alter zu schaffen, setzt die SPD auf die gesetzliche Rentenversicherung. Um diese solidarisch zu gestalten, sprechen sich die Sozialdemokraten in ihrem Programm dafür aus, auch Selbstständige, Beamten, Freiberufler und Mandatsträger in die gesetzliche Rentenversicherung einzugliedern.

Gleichzeitig soll es aber auch die Möglichkeit der privaten Zusatzvorsorge geben. Diese sei aber kein Ersatz für die gesetzliche Versicherung. Da die Riester-Rente – die 2002 von der SPD eingeführt wurde – keine zufriedenstellende Ergebnisse geliefert habe, wollen die Sozialdemokraten die bürokratischen Hürden bei klassischen privaten Altersvorsorgen senken. Dafür solle ein standardisiertes Angebot geschaffen werden. Gefördert werden sollen neue Verträge durch Zuschüsse bei den unteren und mittleren Einkommensgruppen.

Die Sozialdemokraten lehnen eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters ab, bis 2030 wird dieses auf 67 Jahre steigen. Sollte das Alter weiter ansteigen, sei es unfair gegenüber jenen, die mit 68, 69 oder 70 Jahren nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten könnten und deshalb mit Kürzungen zu rechnen hätten. Die Partei wolle deshalb den gesetzlichen Anspruch für langjährige Versicherte, auch vor Erreichen der Altersgrenze abschlagsfrei aus dem Berufsleben auszuscheiden beibehalten.

Die Partei wolle sich außerdem für eine geschlechtergerechte Rente einsetzen, indem sich die sogenannte "Care-Arbeit" nicht mehr negativ auswirken solle. Ziel sei außerdem, dass mehr Beschäftigte über eine betriebliche Altersvorsorge abgesichert würden.

Das Konzept der FDP

Die Freien Demokraten setzen sich in ihrem Wahlprogramm für die "maximale Wahlfreiheit für Selbstständige bei der Altersvorsorge" ein. Außerdem müsse für alle Erwerbstätigen der Zugang zur gesamten geförderten privaten Altersvorsorge möglich sein. So solle verhindert werden, dass Menschen, die zwischen Festanstellung und Selbstständigkeit wechselten Direktversicherungen oder Riester-Förderungen verlören.

Um die Rente "enkelfit" zu machen, will die FDP ein Altersvorsorgesystem nach dem "Baukastenprinzip", wie sie es nennen, einführen. So sollen gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge je nach Lebenslage kombiniert werden können. Außerdem soll ein flexibler Renteneintritt ermöglicht werden. Allerdings nicht einfach so: "Wer früher in Rente geht, bekommt eine geringere, wer später geht, erhält eine höhere Rente." Dafür sollen aber die Zuverdienstgrenzen abgeschafft werden. Wie viel zur gesetzlichen Rente dazuverdient werden darf, hängt bisher vom Alter ab.

Generationengerechtigkeit soll geschaffen werden, indem unter anderem der Nachholfaktor in der Rentenanpassungsformel reaktiviert werde. Um Armut im Alter zu vermeiden, will die FDP außerdem eine Basis-Rente einführen, So solle verhindert werden, das Rentner mit Sozialleistungen aufstocken müssen. Unterstützt werden soll außerdem die betriebliche Altersvorsorge.

Die Freien Demokraten wollen außerdem eine gesetzliche Aktienrente einführen. Dafür soll ein Anteil des Betrages, der in die umlagefinanzierte Rentenversicherung fließe, stattdessen in einem Fonds angelegt werden. So sollen die Beitragszahler ein "echtes Eigentum für ihre Altersvorsorge" erwerben. Außerdem sollen Altersvorsorge-Depots eingeführt werden. Sie sollen den Wettbewerb zwischen privaten Altersvorsorgeanbietern stärken und so die private Vorsorge attraktiver gestalten.

Das Konzept der Grünen

Die Grünen wollen das gesetzliche Rentenniveau auf dem heutigen Stand stabilisieren. Im Wahlprogramm sprechen sie sich dafür aus, prekäre Beschäftigungen zu überwinden – durch höhere Löhne solle eine höhere Rente ermöglicht werden – die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit zu ermöglichen und ein Einwanderungsgesetz zu schaffen – durch die Verbesserung von Arbeitsbedingungen solle ein gesünderes und längeres Arbeiten ermöglicht werden.

Das Rentenniveau

Das Rentenniveau ist laut der Deutschen Rentenversicherung der Prozentsatz, der die Relation zwischen der Höhe einer Rente und dem aktuellen Durchschnittseinkommen der Erwerbstätigen angibt. Es gilt für Standardrentner, also jene die insgesamt 45 Beitragsjahre haben. Aktuell liegt es laut der deutschen Rentenversicherung bei 48 Prozent.

Durch die Bürgerinnenversicherung sollen auch Abgeordnete und Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden. Die Garantierente solle außerdem die Grundrente ablösen und effektiver vor Altersarmut schützen. Wer mindestens 30 Jahre versicherungspflichtig gearbeitet habe, solle einen Anspruch auf nach heutigem Stand rund 1000 Euro haben. Eine Bedürftigkeitsprüfung solle es keine geben.

Die staatlich geförderte private Altersvorsorge solle in Form eines "Bürgerfonds" realisiert werden. Bestehende Riester-Verträge sollten aber einen Bestandsschutz haben. Außerdem solle die betriebliche Altersversorgung gestärkt werden. Ziel sei, dass alle Arbeitgeber ihren Beschäftigten eine Betriebsrente anbieten sollten. Kleinere Unternehmen könnten auch hier auf den Bürgerfonds zurückgreifen.

Das Konzept der Linken

Die Linken sprechen sich in ihrem Wahlprogramm dafür aus, das Rentenniveau auf 53 Prozent anzuheben. Dafür sollten alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen und der monatliche Beitrag erhöht werden. Als konkrete Maßnahme gegen Altersarmut solle außerdem eine solidarische Mindestrente von 1200 Euro eingeführt werden. Diese solle aus Steuermitteln finanziert werden.

Um höhere Renten zu ermöglichen, sollen Ausbildungszeiten besser anerkannt werden. Des Weiteren fordert die Partei, eine Rücknahme des Renteneintrittsalters mit 67 Jahren. Stattdessen müsse jeder die Chance haben, mit 65 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen.

Die Riester-Rente soll außerdem abgeschafft werden. Menschen, die eingezahlt hatten, sollen ihre Ansprüche in die gesetzliche Rente überführen können. Die staatlichen Zuschüsse sollen an die gesetzliche Rentenversicherung umgelenkt werden. Bei der betrieblichen Altersvorsorge sollen die Arbeitgeber nach Ansicht der Linken einen größeren Anteil zahlen, als die Arbeitnehmer. Die Partei wolle sich dafür einsetzen, das gesetzliche Rentensystem zu einer Erwerbstätigenversicherung auszubauen.

Um Solidarität zu unterstützen, will sich die Partei außerdem dafür einsetzen, dass der Staat für die unbezahlte Arbeit beim Rettungsdienst, im Brandschutz oder im Katastrophenschutz Beiträge in die Rentenversicherung einzahlt. Ebenso Beiträge für Langzeiterwerbslose. Die Leistungsbeträge für die Pflege von Angehörigen sollen angehoben und für jedes Kind drei -Entgeltpunkte gutgeschrieben werden – letzteres solle aus Steuermitteln finanziert werden, weil es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handle.

Das Konzept der AfD

Die Alternative für Deutschland hat vor, die "drohende Überlastung der Beitragszahler" durch einen höheren Steuerzuschuss auszugleichen. Finanziert werden solle das allerdings nicht durch Steuererhöhungen. Stattdessen hat die Partei in ihrem Wahlprogramm angekündigt, die Mittel durch die Streichung von Ausgaben in den Bereichen Migrations-, Klima- und EU-Politik freistellen zu wollen.

Die AfD wolle sich außerdem dafür einsetzen, dass jeder zu seinem Wunschzeitpunkt in Rente gehen könne. Die Höhe ebenjener hänge dann von den Beitragsjahren und dem Renteneintrittsalter ab. "Wer länger arbeitet, bekommt entsprechend mehr Rente", heißt es im Programm. Um Altersarmut zu verhindern oder "zumindest deutlich zu verringern" will die AfD dafür sorgen, dass 25 Prozent der Altersrente nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet würden.

Die Grundsicherung

Die Grundsicherung im Alter erhalten – laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales – alle Personen, die die Regelaltersgrenze überschritten haben, deren Einkommen aber nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu decken. Der Anspruch ergibt sich aus der Differenz des Bedarfs und des anrechenbaren Einkommens, also der Altersrente.

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