American soldiers sent to the Polish-Ukrainian border in connection with the crisis in Ukraine seen near arlamow on February 24, 2022. (Photo by Maciej Luczniewski/NurPhoto)
Soldaten an der Polnisch-Ukrainischen Grenze.Bild: NurPhoto / Maciej Luczniewski
Exklusiv

Exklusive Umfrage zum Krieg: Mehr als die Hälfte der Deutschen vertraut Handeln der Bundesregierung nicht

27.02.2022, 11:1808.06.2022, 19:47

Im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine vertrauen nur ein Viertel der unter 30-Jährigen dem Handeln der deutschen Bundesregierung. Mehr als die Hälfte hält die Rhetorik der Bundesregierung gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für zu zurückhaltend. Das ergibt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey, die im Auftrag von watson durchgeführt wurde.

Am frühen Donnerstagmorgen wurden alle Befürchtungen der letzten Tage und Wochen wahr: Wladimir Putin hat russische Soldaten in die Ukraine einmarschieren lassen. Seitdem herrscht in Europa Krieg. Die Ukraine ist unter Beschuss, die Lage unübersichtlich. Dabei steht sie den russischen Truppen allein gegenüber, denn sie ist weder ein Mitgliedsstaat des westlichen Verteidigungsbündnisses Nato, noch ein Teil der Europäischen Union.

Die Europäische Union hat Sanktionen gegen Russland beschlossen, unter anderem wurde am Freitag beschlossen, die Vermögenswerte des russischen Präsidenten Wladimir Putin und von Außenminister Sergej Lawrow einzufrieren. Deutschland hat am Samstag bekanntgeben, nun doch Waffen aus den Beständen der Bundeswehr an die Ukraine zu liefern. Dies könne "nur ein erster Schritt" in der Unterstützung seines Landes sein, wie der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, am Sonntag sagte.

58 Prozent haben nur geringes Vertrauen in Bundesregierung

Angesichts dieser anfangs verhaltenen Maßnahmen und der Kommunikation der Bundesregierung im Russland-Ukraine-Konflikt fordern nicht nur Ukrainerinnen und Ukrainer härtere Sanktionen und vor allem eine militärische Unterstützung, sondern auch die Deutschen. Doch dabei vertraut nur ein Viertel der Befragten dem Handeln der deutschen Bundesregierung. Mehr als die Hälfte, 58 Prozent der Befragten, haben nur ein geringes Vertrauen in die Bundesregierung.

In den unterschiedlichen Altersgruppen ist man sich darüber einig. Aufgeschlüsselt in die Wahlabsicht der Befragten, lassen sich größere Unterschiede erkennen: Die Mehrheit der Deutschen, die beabsichtigen, die SPD zu wählen, vertraut der Bundesregierung, die richtigen Maßnahmen im Russland-Ukraine-Konflikt zu treffen. Dahingegen vertrauen nur zwei Prozent der AfD-Wählerinnen und -Wähler dem Handeln der deutschen Regierung.

Mehr als die Hälfte hält Rhetorik gegenüber Putin für zu zurückhaltend

Nicht nur Waffenlieferungen und Sanktionen werden von Unterstützerinnen und Unterstützern der Ukraine gefordert, sondern auch eine härtere Kommunikation gegenüber dem Kreml und Wladimir Putin. Demnach bewerten 54 Prozent der Deutschen die Rhetorik der Bundesregierung gegenüber Russland als zu zurückhaltend und nur weniger als ein Viertel der Befragten für angemessen.

Nachtrag
Am Samstag hat die Bundesregierung beschlossen, Waffen aus den Beständen der Bundeswehr an die Ukraine zu liefern. Die ukrainischen Streitkräfte werden mit 1000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ "Stinger" unterstützt, wie Bundeskanzler Olaf Scholz mitteilte.

Auch hier unterscheidet sich die Einschätzung in den Altersgruppen kaum. Lediglich die Gruppe der unter 30-Jährigen liegt hier leicht vorn: Sie bewertet die Rhetorik der Bundesregierung gegenüber Putin mit 60 Prozent als zu zurückhaltend.

Aufgeschlüsselt in die Wahlabsicht der Deutschen ergeben sich größere Unterschiede in der Bewertung der Rhetorik der deutschen Bundesregierung im Russland-Ukraine-Konflikt.

58 Prozent der AfD-Wählerinnen und -Wähler empfinden die Rhetorik gegenüber Russland als zu aggressiv. Dahingegen halten sie 67 Prozent der Menschen, die beabsichtigen, die Grünen zu wählen, für zu zurückhaltend.

Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsunternehmen Civey vom 23. bis 25. Februar eine repräsentative Stichprobe von rund 5.000 Menschen ausgewertet.

Nur ein- bis zweimal am Tag Essen: Betroffene über die Einigung beim Bürgergeld

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