Wie hieß es bei Metallica noch gleich? "Some kind of Monster". Neues Bündnis zwischen Alice Weidel (oben) und Björn Höcke (unten)
Wie hieß es bei Metallica noch gleich? "Some kind of Monster". Neues Bündnis zwischen Alice Weidel (oben) und Björn Höcke (unten)
Bild: iStockphoto

Deshalb verkünden Rechte und Rechtsextreme in der AfD jetzt ihr neues Bündnis

12.07.2019, 16:3412.07.2019, 16:49

Wer sich gefragt hat, wie weit rechts die Bundes-AfD politisch steht, der hat heute eine Antwort bekommen: Laut eines "Spiegel"-Berichts haben Alice Weidel, Chefin der AfD-Fraktion im Bundestag, und Björn Höcke, Chef des völkisch-rechtsextremen Flügels in der Partei, nach heftigem Streit ein Bündnis geschlossen. Und Vorbereitung hatte das Ganze auch noch:

  • Die beiden hätten sich seit etwa einem Jahr mindestens dreimal getroffen und vereinbart, einander nicht mehr öffentlich anzugreifen.
  • Dazu muss man wissen: Einst wollte Weidel ihren Widersacher Höcke noch loswerden und war die treibende Kraft hinter einem Parteiausschlussverfahren gegen ihn. Viel geblieben scheint davon nicht zu sein.
  • Vermittelt hat den neuen Pakt demnach der rechte Verleger Götz Kubitschek. Weidel wisse längst, "dass die Partei Björn Höcke und sein Netzwerk nicht abschütteln kann, ohne Schaden zu nehmen", zitiert ihn der "Spiegel". Kubitschek gilt als Höcke-Vertrauter und Wegbereiter für einen "modernen" Rechtsextremismus.
  • Weidel sagte dazu: "Als Fraktionsvorsitzende verlangt man von mir zu Recht, dass ich ein gewisses Neutralitätsgebot einhalte." Als Antwort kündigte Höcke auch gleich öffentlichkeitswirksam an, nicht Chef der AfD werden zu wollen. Damit ist der Burgfrieden bei den selbsternannten Alternativen perfekt.

Warum ist das wichtig?

Für die AfD geht der Wahlkampf für Sachsen und Brandenburg gerade in die heiße Phase. Vor allem in Sachsen könnten die rechte Partei am 1. September stärkste Kraft werden.

Genau in diese Phase allerdings platzte ein heftiger Führungsstreit zwischen "gemäßigten" AfDlern und den völkischen Unterstützern von Björn Höcke. Der hatte vor einer Woche beim jährlichen Kyffhäuser-Treffen den Machtanspruch des "Flügels" geltend gemacht. Nach den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen werde er sich "mit großer Hingabe und mit großer Leidenschaft der Neuwahl des Bundesvorstands hingeben". Er fügte hinzu: "Und ich kann euch garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird".

Lest das hier noch einmal im Detail:

In einem offenen Brief stellten sich daraufhin zahlreiche AfDler gegen Höcke. Man wolle keine Höcke-Partei, hieß es darin.

Mit dem Waffenstillstand soll jetzt Einigkeit sowohl nach Innen, als auch nach Außen demonstriert werden. Der "Machtkampf ist vorbei" lautet die Botschaft in die unruhige AfD hinein. Gleichzeitig setzt Alice Weidel aber eben auch ein klares öffentliches Zeichen, dass der extreme rechte Flügel zur Partei gehört.

In Zukunft werden sich die Parteispitzen also kaum mehr herausreden können, wenn ihr "Flügel" wieder einmal mit Rechtsradikalen demonstriert wie in Chemnitz, mit ausländerfeindlichen Aussagen auffällt oder rechtsextreme Politiker hofiert.

(mbi/afp)

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