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AKK vs. Deutsche Bahn: Zoff um Freifahrten für Soldaten

11.08.2019, 10:5511.08.2019, 12:07

Das klingt schwierig: Bei den Gesprächen zwischen dem Verteidigungsministerium und der Bahn über Gratis-Zugfahrten für Soldaten in Uniform gibt es offenbar Streit. Der geplante Startschuss Anfang 2020 sowie das Projekt als Ganzes seien in Gefahr, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf Bahn-Kreise.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte die Idee in ihrer Regierungserklärung Ende Juli ins Gespräch gebracht, um die Sichtbarkeit der Bundeswehr zu erhöhen.

Hier die Details:

  • Dabei geht es nicht um Freifahrten im eigentlichen Sinne: Die Soldaten könnten zwar umsonst fahren – aber nur, weil die Bundeswehr an ihrer Stelle für den Transport bezahlt.
  • Strittig sind dem Bericht zufolge vor allem die Buchungskonditionen.
  • Die Bahn will Soldaten demnach nur in nicht stark ausgelasteten Zügen befördern, für die sie normalen Kunden rabattierte Sparpreis-Tickets anbietet.
  • Zudem müsste aufwendig ein eigenes Buchungssystem programmiert werden. Dies würde Jahre dauern und 26 Millionen Euro kosten.
  • Die Bahn bestehe zudem darauf, dass Soldaten nur Fernverkehrszüge wie den ICE, aber keine Regionalverbindungen nutzen dürften, da diese oft durch private Firmen oder regionale Tarifverbünde bedient würden.
  • Für geschätzte 400.000 bis 800.000 Freifahrten von Soldaten pro Jahr veranschlagt die Bahn laut "Spiegel" rund 38 Millionen Euro. Die Bundeswehr sei anfangs von deutlich weniger ausgegangen.

Ein Bahn-Sprecher wollte sich angesichts der laufenden Verhandlungen auf dpa-Anfrage nicht äußern. Das Verteidigungsministerium verwies lediglich auf die öffentlichen Äußerungen Kramp-Karrenbauers.

(ll/dpa)

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