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Umfrage: Mehrheit traut Politik nicht zu, mit Krisen fertigzuwerden

An Ukrainian flag waves on the top and in the front of the German parliament building, the Reichstag building, to mark the first anniversary of Russia's full-scale invasion of Ukraine, in Berlin, ...
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa legt nahe, dass viele Menschen in Deutschland der Politik nicht zutrauen, die Probleme zu lösen.Bild: AP / Markus Schreiber
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Umfrage: Mehrheit hat kein Vertrauen in Krisen-Kompetenz der Politik

28.02.2023, 16:45
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Klimakrise, Krieg, Inflation, Armut, Revolution, Corona, Rechte: Überall auf der Welt, so macht es aktuell den Eindruck, brodelt es. Auch in Deutschland nehmen die Krisen, die einander überlagern, nicht ab. Die Ampel-Koalition ist quasi seit Amtsantritt im Krisenmodus.

Und die Vertreter:innen von SPD, Grünen und FDP streiten sich nicht nur mit der Opposition in Form von Union, Linken und AfD, sondern auch sehr viel untereinander. Immer wieder dringt der Ampel-Zoff an die Öffentlichkeit. Geht es nun um Beschleunigungsverfahren, Tempolimit oder die Kindergrundsicherung.

Und in der Bevölkerung? Da geht mittlerweile das Vertrauen, in die Lösungskompetenz der im Bundestag vertretenen Parteien den Bach runter. So zumindest lässt sich eine Meinungsumfrage interpretieren, die das Institut Forsa im Auftrag von RTL/n-tv durchgeführt hat.

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FDP: Vertrauen in Lösungskompetenz am geringsten

Auf die Frage, welcher Partei die Befragten am ehesten zutrauen, mit den aktuellen Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden, war das Urteil vernichtend. 14 Prozent der Befragten, trauen den Unionsparteien die größte Lösungskompetenz zu. Dahinter folgen SPD (13 Prozent) und Grüne (11 Prozent). Die dritte Koalitionspartnerin FDP allerdings überzeugt nur ein Prozent der Befragten mit ihren Lösungskonzepten.

Auf der anderen Seite gaben 55 Prozent der Befragten an, keiner Partei zuzutrauen, die aktuellen Krisen zu bewältigen.

Gefragt wurde aber nicht nur nach der politischen Kompetenz im Land, sondern auch nach der aktuellen Wahlentscheidung. Bei der sogenannten "Sonntagsfrage" sprachen sich 31 Prozent der Befragten für die Union aus. 20 Prozent gaben an, die SPD wählen zu wollen. Die Grünen lägen bei 17 Prozent, die FDP und Linke bei fünf Prozent und die AfD bei 13 Prozent.

Bei der "Sonntagsfrage" werden die Umfrage-Teilnehmer:innen nach ihrer potenziellen Wahlentscheidung gefragt, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre.

Zufriedener als mit der Arbeit der SPD sind die Befragten aber wohl mit Kanzler Olaf Scholz (SPD). Denn bei der Frage nach den Kanzler:innen-Präferenzen sprachen sich 27 Prozent für Scholz aus, 19 Prozent für CDU-Chef Friedrich Merz und ebenfalls 19 Prozent für Vize-Kanzler Robert Habeck (Grüne).

Die Umfrage fand zwischen dem 21. und 27. Februar statt. Insgesamt wurden 2.501 Menschen befragt.

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