Der Hanauer Rapper Azzi Memo will einen Song machen, dessen Einnahmen den Angehörigen der Opfer des Terroranschlags zugutekommen sollen.
Der Hanauer Rapper Azzi Memo will einen Song machen, dessen Einnahmen den Angehörigen der Opfer des Terroranschlags zugutekommen sollen.
Bild: dpa / imago images /Future Images / watson-montage

Hanau: Deutsche Rapper planen Song für die Angehörigen der Opfer

24.02.2020, 12:4225.02.2020, 00:37

Der rassistische Terroranschlag von Hanau beschäftigt Deutschland weiterhin. Während sich immer noch viele mit dem Täter, seinem Weltbild und seinem Gesundheitszustand beschäftigen, richten mehrere deutsche Rapper ihre Aufmerksamkeit auf die Angehörigen der Opfer. Neun Menschen hat der Attentäter in zwei Shisha-Bars und einem Kiosk erschossen, bevor er seine Mutter und sich selbst tötete.

Die Einnahmen eines gemeinsamen Rap-Songs sollen komplett an die Hinterbliebenen gespendet werden. Das kündigt der Rapper Azzi Memo an. Er stammt selbst aus Hanau und ist von dem Anschlag direkt betroffen: Der Sohn seines Cousins wurde dabei ermordet.

"Die gesamten Einnahmen werden an die Familien gespendet, die ihre Kinder verloren haben, ihre Ehemänner, ihre Frauen", erklärt Memo in einem kurzen Video auf Twitter.

Unterstützung hat Azzi Memo bisher unter anderem von Manuellsen, Nate57, Rola, Soufian, Disarstar, Sierra Kidd, Olexesh, Credibil, Sinan-G und Maestro zugesagt bekommen. Auch der Journalist Rooz von "Hiphop.de" hat seine Beteiligung angekündigt. Er wird laut des Portals vor allem dafür sorgen, die Künstler untereinander zu vernetzen.

Historisches Vorbild stammt von 2000

Schon einmal schlossen sich deutsche Rapper nach einem rechtsextremen Mord zusammen. Als im Jahr 2000 der aus Mosambik stammende Alberto Adriano von drei Neonazis in Dessau ermordet wurde, nahmen die Brothers Keepers den Song "Adriano (Letzte Warnung)" auf. Zu dem Projekt, das hauptsächlich aus afrodeutschen Rappern bestand, gehörten unter anderem Samy Deluxe, Xavier Naidoo, Torch, Afrob und Denyo von den Beginnern.

Hier das Video von 2000:

(om)

"Sehr ernste Bedrohungslage": Vier Festnahmen nach Gefahr eines Anschlags auf Synagoge

Zum jüdischen Feiertag Jom Kippur hat nach offiziellen Angaben die Gefahr eines Angriffs auf die Synagoge im nordrhein-westfälischen Hagen bestanden. Das sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag bei einer Vereidigungsfeier junger Polizisten in Köln. "Ihre Kolleginnen und Kollegen haben das vermutlich verhindert." Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sprach von einer "sehr ernsten Bedrohungslage".

Der Vorfall wecke entsetzliche Erinnerungen an den Anschlag auf die …

Artikel lesen
Link zum Artikel