Anhänger und Parteimitglieder der CDU auf der CDU-Wahlparty. Bei den unter 30-Jährigen hatte die CDU nicht viel zu melden.
Anhänger und Parteimitglieder der CDU auf der CDU-Wahlparty. Bei den unter 30-Jährigen hatte die CDU nicht viel zu melden.
Bild: dpa

Wahl in Thüringen: AfD gewinnt bei unter 30-Jährigen

27.10.2019, 20:1927.10.2019, 21:13

Die Wahl in Thüringen dürfte nicht nur Thüringen noch eine Weile beschäftigen. Nicht nur, weil nach den jüngsten Hochrechnungen so gut wie keine denkbare Koalition eine Mehrheit aufbringen kann. Auch, weil das Wahlergebnis nach Altersgruppen einige Fragen aufwirft.

Die Zahlen im Überblick:
Hochrechnungen von ARD und ZDF sehen die Linke mit 30,4 bis 30,6 Prozent (29,9) als klaren Sieger. Die CDU (22,1) hat starke Verluste hinnehmen müssen, die AfD (23,5 bis 23,6 Prozent) deutlich zugelegt. Die Grünen (5,0 bis 5,1 Prozent) bleiben in Thüringen sehr deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Die SPD (8,1 bis 8,3 Prozent) verliert weiter an Boden und die FDP (5,0 bis 5,1 Prozent) muss um den Einzug in den Landtag zittern.

AfD gewinnt bei unter 30-Jährigen

Interessant ist vor allem das Wahlergebnis nach Altersgruppen. Laut ZDF und Forschungsgruppe Wahlen hat die AfD bei den jungen Wählern die meisten Stimmen geholt.

Demnach holte die AfD bei den unter 30-Jährigen 24 Prozent der Stimmen. Die Linkspartei folgt auf Platz zwei mit 22 Prozent. Abgeschlagen liegt die CDU, die in dieser Altersgruppe magere 13 Prozent holen konnte. Es folgen die Grünen mit 11, die FDP mit 8 und die SPD mit 7 Prozent.

Bild: screenshot ZDFheute Quelle: Forschungsgruppe Wahlen

AfD-Erfolg vor allem Männern zu verdanken

Die AfD ist altersunabhängig besonders stark bei Männern. 28 Prozent der männlichen Wähler gaben den Rechtspopulisten ihre Stimme. Der Frauenanteil liegt gerade einmal bei 17 Prozent. Die meisten Frauen haben links gewählt.

(ts)

Analyse

Ein beschnittenes Foto – und die Frage, wie divers die Grünen wirklich sind

Kurzzeitig hatten es die Grünen geschafft, die Aufmerksamkeit vieler Beobachter auf ihre Inhalte zu richten: Am Dienstag stellten sie ihren 100-Tage-Plan für die Zeit nach der Wahl vor. Vorausgesetzt, sie werden Teil der nächsten Bundesregierung sein, wollen sie unter anderem ein Klimaschutzministerium und eine Klima-Task-Force schaffen. Forderungen, die die Grünen aber zunächst in Koalitionsverhandlungen durchsetzen müssten.

Schon einen Tag später, am Mittwoch, geht allerdings ein Stich, den …

Artikel lesen
Link zum Artikel