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Ein 18-Jähriger wird verhaftet – und verklagt Apple deshalb auf 1 Milliarde US-Dollar

23.04.2019, 12:39

So viel muss man Apple lassen, ein Verbrechen gab es wirklich. Im Sommer 2018 kam es in mehreren Apple Stores in Boston, New Jersey, Delaware und Manhattan zu Diebstählen im Wert von 1200 US-Dollar. Ende November erfolgte dann eine Verhaftung. Der 18-jährige New Yorker Ousmane Bah ging dem NYPD ins Netz. Der aber beteuert, unschuldig zu sein. Und verklagt den Tech-Konzern Apple nun auf eine Milliarde US-Dollar Schadensersatz.

Die Begründung von Ousmane Bah: Grundlage für den Haftbefehl lieferte, so glaubt der Teenager seitdem zumindest, die Gesichtserkennung-Technologie, die in amerikanischen Apple-Läden zum Einsatz kommt.

Der Dieb nutzte offenbar bei seinen Betrugsmaschen gegenüber Apple einen falschen Ausweis mit Bahs Namen. Weil dieser Ausweis kein Bild hat, so glaubt jetzt der echte Bah, habe Apple seine Gesichtserkennung mit diesen gestohlenen Daten programmiert, um den Dieb zu verfolgen. Das Ergebnis: Irgendwann habe das Apple-System geglaubt, bei dem immer wieder auftauchenden Betrüger habe es sich um den echten Bah gehandelt. Beweisführung abgeschlossen, Festnahme erfolgte.

Aber: Ein Privatdetektiv überprüfte die Video-Aufnahmen noch einmal und stellte eindeutig fest, dass es sich bei dem beobachteten Bah nicht um den echten Bah gehandelt habe. Die Polizei ließ daraufhin die Vorwürfe fallen.

Der echte Bah will das aber nicht auf sich sitzen lassen. In seiner Klage gegen Apple heißt es: Die Sofware zur Gesichtserkennung der Stores sei genau jene "Orwellsche Überwachung", die Kunden fürchten würden. Die falschen Verdächtigungen hätten extremen Stress ausgelöst und er verdiene Entschädigung.

Der Fall, so schreiben auch US-Medien, bleibt schwer nachvollziehbar und technisch ebenso schwer aufzuklären. Ein Urteil gegen Apple könnte Auswirkungen auf die Video-Überwachung von tausenden Geschäften in den USA haben. Das Verfahren läuft.

(mbi)

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