Chemie-Nobelpreis geht an deutschen Chemiker Benjamin List und US-Forscher David MacMillan.
Chemie-Nobelpreis geht an deutschen Chemiker Benjamin List und US-Forscher David MacMillan.
Bild: dpa / Claudio Bresciani

Chemie-Nobelpreis geht an deutschen Chemiker Benjamin List und seinen US-Kollegen David MacMillan

06.10.2021, 12:0506.10.2021, 16:25

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den deutschen Chemiker Benjamin List und seinen US-Kollegen David MacMillan. Die beiden Wissenschaftler werden für die Entwicklung eines "genialen" neuen Instruments zum Aufbau von Molekülen geehrt, wie die Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm bekanntgab. Die sogenannte asymmetrische Organokatalyse sei wichtig für die Arzneimittel-Forschung und habe die Chemie umweltfreundlicher gemacht.

Der 53-jährige List stammt aus Frankfurt am Main und ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. Der gleichaltrige MacMillan stammt ursprünglich aus Schottland und ist Professor an der US-Elite-Universität Princeton. Sie werden sich das Preisgeld von zehn Millionen Kronen (rund 985.000 Euro) teilen.

List überrascht von Anruf

List hatte den Anruf aus Stockholm nach eigener Aussage überhaupt nicht erwartet. "Ich dachte, jemand macht einen Witz. Ich saß gerade mit meiner Frau beim Frühstück", sagte der bei der Pressekonferenz zugeschaltete Chemiker. Normalerweise witzele seine Frau jedes Jahr bei der Nobelpreis-Vergabe, dass er sein Telefon im Auge behalten solle. "Aber heute haben wir den Witz noch nicht mal gemacht."

Die von List und MacMillan entwickelte Organokatalyse sei "so einfach wie genial", erklärte der Vorsitzende des Nobelkomitees für Chemie, Johan Aquvist. Forscher könnten nun viele Produkte effizienter herstellen, von neuen Arzneimitteln bis hin zu Solarzellen. "Auf diese Weise bringen Organokatalysatoren der Menschheit den größten Nutzen", erklärte die Schwedische Akademie.

Umweltfreundlichere Alternative

Katalysatoren sind Substanzen, die chemische Reaktionen steuern und beschleunigen. Bis zu den Entdeckungen von List und MacMillan waren Naturwissenschaftler davon ausgegangen, dass es nur zwei Arten von Katalysatoren gibt, Metalle und Enzyme.

Im Jahr 2000 entwickelten List und MacMillan dann unabhängig voneinander eine dritte Art der Katalyse, die kleine organische Moleküle nutzt. Der Vorteil sogenannter Organokatalysatoren ist, dass sie sowohl umweltfreundlicher als auch günstig in der Herstellung sind.

(dpa)

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