Etliche Nicht-Weiße stimmen für Trump – ein Faktor, den wohl viele unterschätzt haben.
Etliche Nicht-Weiße stimmen für Trump – ein Faktor, den wohl viele unterschätzt haben. Bild: www.imago-images.de / Paul Hennessy
Analyse

Trump punktet bei Latinos, Biden bei den Jungen – und 3 weitere Erkenntnisse aus den ersten Exit-Polls

04.11.2020, 08:20

Hat man den US-Wahlkampf verfolgt, konnte man meinen, dass es rein um die beiden Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden gehe. Dass dem nicht unbedingt so ist, zeigt eine aktuelle Wählerumfrage des Edison Research-Centers, das für diverse Sender (ABC, CBS, CNN, NBC) die Daten von Exit-Polls zusammentrug. 73 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben nach Abgabe der Stimmen an, dass es ihnen um Themen und nicht direkt um die Kandidaten gehe.

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Fünf weitere Erkenntnisse der landesweiten Umfrage:

Das Wohl der Wirtschaft steht im Zentrum – vor Thema Rassismus

Für viele Wählerinnen und Wähler stand die Wirtschaft im Zentrum. Jede und jeder Dritte nannte das Wohl der Wirtschaft als kritischstes Thema. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass die Corona-Pandemie sie in finanzielle Nöte bringe. Jeder Fünfte sorgt sich um Rassismus in den USA und jeder Sechste macht sich konkret Sorgen um die Corona-Pandemie. Auch die Gesundheitspolitik und die Kriminalität wurden als Gründe für den Urnengang angegeben.

Trump- und Biden-Wähler haben unterschiedliche Sorgen

Für Trump-Wählerinnen und -Wähler spielt die Wirtschaft eine viel wichtigere Rolle als für die Unterstützerinnen und Unterstützer von Joe Biden, wie die folgende Grafik zeigt.

Trump punktet bei Latinos

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hat in mehreren Schlüsselstaaten mehr lateinamerikanische Wählerinnen und Wähler für sich gewonnen als noch 2016.

Mehr als zwei von fünf Stimmen der Latinos im US-Bundesstaat Florida gingen den ersten Hochrechnungen zufolge an Trump. Sein Herausforderer Joe Biden erhielt etwas mehr als die Hälfte der Latino-Stimmen in Florida. Das ist etwas weniger als Hillary Clinton vor vier Jahren: Damals erhielt sie 62 Prozent der Stimmen.

Auch in den Bundesstaaten Georgia und Ohio verloren die Demokraten lateinamerikanische Wählerinnen und Wähler.

Die Exit-Polls
Die landesweite CNN-Umfrage umfasst persönliche Interviews bei Wahllokalen vor Ort oder per Telefon. Insgesamt wurden mehr als 14.000 Wählerinnen und Wähler befragt.

Biden begeistert mehr Junge

In mehreren Staaten des Mittleren Westens konnte Joe Biden bei den Wählerinnen und Wählern unter 30 punkten. Viele legten ihre Stimme für den Demokraten in die Urne.

In Wisconsin und Pennsylvania unterstützen fast zwei Drittel dieser Wählerinnengruppe Biden. In Ohio stimmen drei von fünf jungen Wählern für Biden. Bei Clinton war es etwas mehr als die Hälfte.

Trump verliert bei Leuten mit College-Abschluss und Senioren

Nicht nur bei den Jungen, sondern auch bei den weißen Wählerinnen und Wählern mit College-Abschluss verliert Trump. In Florida setzte sich ebenfalls Biden bei den Senioren und Unabhängigen durch. Im Sunshine State gelang es Biden, die Hälfte der Wählerinnen und Wähler über 65 für sich zu gewinnen. 2016 stimmten noch 57 Prozent der Seniorinnen und Senioren für Trump.

(ohe)

Mehr als 1000 Tote bei Erdbeben in Afghanistan

Bei dem Erdbeben im Osten Afghanistans sind nach neuen Angaben mindestens tausend Menschen ums Leben gekommen. "Die Bilanz hat tausend Tote erreicht und diese Zahl steigt weiter", erklärte der Leiter der Informations- und Kulturbehörde der Provinz Paktika, Mohammed Amin Husaifa, am Mittwoch in einer Mitteilung an die Medien. "Die Menschen graben ein Grab nach dem anderen", fügte Husaifa hinzu.

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